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Göttingen Frau aus Rosdorf ersticht Ehemann und springt vom Dach
Die Region Göttingen Frau aus Rosdorf ersticht Ehemann und springt vom Dach
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20:28 05.01.2010
Ehetragödie im Mehrfamilienhaus: Die 62-jährige Frau springt aus dem Dachfenster, in der Wohnung wird ihr toter Mann gefunden. Quelle: Pförtner
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Nichts deutet darauf hin, welches Drama sich am Montag kurz nach 13 Uhr in der Hambergstraße abspielt. Ein Ehepaar, beide 62 Jahre alt und seit sehr langer Zeit verheiratet, lebt in einer Dachwohnung. Erst seit etwa eineinhalb Jahren wohnen die Eheleute dort, verbringen ihren Ruhestand in der Region, in der sie ihre Wurzeln haben.

Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln in Richtung „Verdacht des Mordes“. Wie Ermittlerin Anne Kortleben und Polizeichef Thomas Rath erklären, löst eine Nachbarin am Montagmittag den Notruf aus. Die 62-jährige Ehefrau ruft um Hilfe, die Nachbarin findet sie schwer verletzt im Schnee im Vorgarten. Das Fenster der Dachwohnung steht offen. Während die Verletzte ärztlich versorgt wird, untersucht die Polizei die Wohnung. Dort findet sie den Ehemann – tot, mit mehreren Stichverletzungen. Die Obduktion in der Göttinger Rechtsmedizin ergibt als Todesursache innere Verblutungen. Das Tatwerkzeug wird gefunden, es gehört in den Haushalt. Einzelheiten will Kortleben nicht nennen, zunächst sollen die Hintergründe geklärt werden.

Unterdessen herrscht Erschütterung in der Hambergstraße: Gestern Mittag wissen die Anwohner noch nicht genau, welches Drama sich im Haus abgespielt hat. Ein gepflegtes Mehrfamilienhaus, drei Parteien, oben die Wohnung des Ehepaares. Vor dem Haus ein kleiner Spielplatz, ein verschneiter Sandkasten, darauf im Schnee einige wenige blutige Fußspuren. Auf dem Dach sind ebenfalls Spuren im Schnee zu sehen.

„Ich will nicht mehr leben“, soll die Ehefrau noch gesagt haben. Das sagt eine Rentnerin, die ebenfalls auf dem Hamberg wohnt. Dass der Mann tot ist, weiß noch niemand in der Hambergstraße. „So ein großer, hübscher Mann“, meint die Rosdorferin.
Die Hintergründe der Tat sind unbekannt. „Wir haben kein großes Motiv, hören von Streitigkeiten, die nicht spektakulär sind“, so Kortleben. Alkohol habe vermutlich keine Rolle gespielt, auf psychische Erkrankungen gebe es keine konkreten Hinweise. Die Tragödie habe die Angehörigen „aus dem Nichts getroffen“.

Wie Oberstaatsanwalt Hans-Hugo Heimgärtner sagt, habe man keinen Haftbefehl gegen die 62-Jährige erlassen. Sie liegt mit schweren Verletzungen im Krankenhaus, ist noch nicht vernehmungsfähig. Wegen der schweren Verletzungen bestehe keine Fluchtgefahr.

Von Britta Bielefeld

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