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Göttingen Freibadbetreiber ziehen trübe Bilanz
Die Region Göttingen Freibadbetreiber ziehen trübe Bilanz
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00:19 18.09.2017
Schwimmmeister Detlef Haberlandt im Rosdorfer Freibad. Quelle: Hinzmann
Göttingen/Rosdorf/Dransfeld/Duderstadt

Zum Saisonende ziehen Freibadbetreiber eine trübe Bilanz: Das verregnete und oft kühle Wetter habe zu niedrigen Besucherzahlen geführt, so das einstimmige Urteil. Letzte Freiluft-Badechancen gibt es in den Freibädern Rosdorf und Duderstadt sowie für Vierbeiner an Hundebadetagen.

„Das Wetter war beständig unbeständig“, sagt Alexander Frey, Geschäftsführer der Göttinger Sport und Freizeit GmbH, die die Freibäder Grone, Brauweg und Weende betreibt. Ernüchternd sei die Saison gewesen, aber das käme alle paar Jahre vor. Ein Lichtblick war für Frey der Triathlon, der 800 Leute ins Bad befördert habe. Der 90-jährige Geburtstag des Freibads am Brauweg hingegen war verregnet: „Symptomatisch für die Saison“, sagt Frey. „Aber es gab eine tolle Beteiligung von Vereinen, Mitarbeitern und Sponsoren. Im Vorfeld wurden viele Dokumente neu gefunden, die die Geschichte des Bads wiederspiegeln“, so Frey weiter. In die nächste Saison gehe er „zuversichtlich und optimistisch“, besonders mit Blick auf das Weender Freibad: Nach dessen Umbau zum Naturbad soll es 2018 wieder in Betrieb gehen.

Ebbe in den Freibädern

Nicht alle ließen sich durch das oft kühle Regenwetter um ihren Wasserspaß bringen. „Die Früh- und Sportschwimmer, das sind die Treuesten. Denen macht das Wetter nichts aus, die würden auch im Oktober noch kommen“, ist der Duderstädter Bademeister Uwe Tuma überzeugt. Die Treue beruht auf Gegenseitigkeit: Obwohl die Temperaturen nachts schon in den einstelligen Bereich sinken, bleiben die Drehkreuze am Eingang für die ganz Unerschrockene noch bis Sonntag, 24. September, durchlässig. „Wir halten Kurs!“, sagt Tuma.

Der Bademeister hält seit 26 Jahren Aufsicht im Freibad Duderstadt. 2017 seien die Besucherzahlen weit unter denen des Vorjahrs geblieben. Dabei hatte eine Vielzahl von Veranstaltungen wie die ffn-Beachparty, Brunchs und Pool Lounges für volle Becken sorgen sollen. „Aber die Veranstaltungen sind ins Wasser gefallen“, bedauert Tuma.

Dem Wetter gestrotzt haben in Rosdorf nicht nur „Rentner, Hausfrauen und Hausmänner und Sportschwimmer, die hier täglich ihre Bahnen ziehen“, wie Bademeister Detlef Haberlandt sagt. Auch die Photovoltaikanlage kam ohne stetig-strahlenden Sonnenschein aus, um das Freibad mit Strom zu versorgen. „Sie zieht auch aus diffusem Licht Energie“, berichtet Haberlandt. Schulkinder hätten sich hingegen wohl über etwas mehr Sonne gefreut. Nachdem Mai und Juni im Freibad Rosdorf relativ gut liefen, sei es pünktlich zur School’s Out-Party am ersten Ferientag zum letzten Mal richtig schön gewesen. „Danach war Ebbe“. Geplante Filmnächte mussten abgesagt werden. „Nächstes Jahr kann es nur besser werden“, hofft Haberlandt. Dann werde auch der Förderverein, der sich in der Gründungsphase befinde, neue Aktionen auf die Beine Stellen.

Fördervereine leisten wichtige Unterstützung

Auch für das Freibad Dransfeld ist der Förderverein eine wichtige Unterstützung. „Ohne ihn wäre es deutlich schwieriger“, sagt Samtgemeindebürgermeister Matthias Eilers (SPD). Dass Schwimmbäder ihre Kosten bei weitem nicht decken können, ist zwar die Regel. Dieses Jahr sei der Umsatz jedoch im Vergleich zu den üblichen 75000 Euro um gut zwanzig Prozent zurückgegangen. Bei Kosten von etwa 250000 Euro sei dadurch die selbstgesetzte Grenze von 180000 Euro Verlust überschritten worden, berichtet Eilers. „Die guten Wochenenden fehlten. Die können durch eine große Anzahl auswärtiger Gäste 10000 Euro Umsatz bringen. Das gab es dies Jahr gar nicht“, erklärt der Bürgermeister. Um den Weiterbetrieb müsse sich dennoch niemand sorgen. Weiter gehe es bereits am Sonntag, 17. September mit einem Hundeschwimmen. Über den Winter stünden einige Sanierungsmaßnahmen an.

Auch Martin Roddewig, Betreiber des Ratsburgbads Reyershauen meint, die Saison sei wie das Wetter „sehr durchwachsen“ gewesen. Durch die Straßenbaumaßnahmen an der K1 sei das Freibad schwer zu erreichen gewesen. 33 Prozent weniger Besucher als im Durchschnitt der letzten 30 Jahre hätten den Weg in das im Grünen gelegene Freizeitbad auf sich genommen.

Letzte Freiluft-Badechancen

  • Rosdorf bis Sonnabend, 16. September
  • Duderstadt bis Sonntag, 24. September
  • Hundeschwimmen
  • Dransfeld: Sonntag, 17. September
  • Duderstadt: Sonnabend, 30. September und Sonntag, 1. Oktober

Von Katharina Meyer

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