Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Göttingen Freispruch für Polizisten: Falschbelastung nicht bewiesen
Die Region Göttingen Freispruch für Polizisten: Falschbelastung nicht bewiesen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:49 18.08.2010

Die objektiv falschen Aussagen der Polizisten seien aber subjektiv nicht als Versuche einer Falschbelastung zu werten, lautete sinngemäß die Urteilsbegründung.
Mit Erleichterung, teils mit Tränen in den Augen, verfolgten die 34, 35 und 48 Jahre alten Beamten den Ausführungen von Richter Lars Malskies.

Der erkannte eine Videoaufzeichnung vom Geschehen zwar als objektiv an und sah die Aussagen aller drei Angeklagten dazu im Widerspruch, doch hielt er eine bewusste Falschbelastung oder gar eine Absprache unter den drei Beamten für nicht nachweisbar. „Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass Polizeibeamte Widersprüche (in ihren Aussagen) untereinander absprechen“, sagte Malskies. Dass die Beamten den Sachverhalt unterschiedlich zu Protokoll gaben, habe wohl damit zu tun, dass jeder das Verhalten des Journalisten „für sich anders wahrgenommen und interpretiert“ habe. Man könne „nach zehn Stunden Dienst nicht jedes Wort eines Polizisten auf die Goldwaage legen“.

Der Vorfall war auf einem erst später aufgetauchten Video gut zu sehen. Am Rande einer NPD-Demo hatten Beamte der Einsatzhundertschaft Hannover mutmaßliche Autonome kontrolliert. Einer von ihnen wollte sich entziehen und wurde von einem der Angeklagten „außerordentlich unsanft“ (der Richter) zu Boden gerissen. Der Journalist aus Kassel, der neben der Szene stand und den Polizisten nach eigenen Worten zu angemessenem Verhalten mahnen wollte, trat vor, tippte dem Beamten mit der flachen Hand auf den Arm, sagte „was soll denn das?“ und trat zurück. So der Film.

Der Journalist wurde festgenommen, später wegen Widerstandes angeklagt. Dieses Verfahren war aber eingestellt worden. Weil der Kasselaner nach einem Aufruf im Internet den Film eines Kollegen aus Erfurt auftrieb, erhob die Staatsanwaltschaft Anklage gegen die Beamten wegen falscher Verdächtigung. Die hielt Oberstaatsanwalt Hans Hugo Heimgärtner gestern für erwiesen. Er forderte je vier Monate Bewährungsstrafe plus Geldauflagen. Weil das Gericht es anders sah, wird Berufung eingelegt.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Schnell ist es passiert: Beim Ausparken den Abstand falsch eingeschätzt und schon ziert eine Schramme das Nachbarfahrzeug. Häufig wird dann der einfache Weg gewählt: Der Unfallverursacher fährt – das hat bestimmt niemand gesehen – weg.

18.08.2010
Göttingen Straßen aus Räum- und Streuplan streichen - Winterdienst nicht mehr überall

Der außergewöhnlich lange und schneereiche Winter führt möglicherweise zu Konsequenzen für den Winterdienst in der Samtgemeinde. Nicht mehr ausnahmslos alle Verbindungs- und Wohnstraßen sollen wie bisher geräumt und gestreut werden.

18.08.2010

Das Alte Rathaus in Göttingen – seit fast 740 Jahren dominiert das Gebäude das Stadtzentrum. Gut 30 Jahre nach der bisher letzten größeren Sanierung wird im Rathaus wieder gebaut. Mit Hotelier Olaf Feuerstein hat ein neuer Pächter den traditionsreichen Ratskeller übernommen.

18.08.2010