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Göttingen Polizei eskortiert Männer aus Café
Die Region Göttingen Polizei eskortiert Männer aus Café
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18:09 20.03.2017
Quelle: NE
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Göttingen

Ein Teilnehmer der Göttinger Veranstaltung im Zuge der bundesweiten Aktion Welcome2Stay (hier mehr dazu) hatte sechs Mitglieder der als rechtsradikal eingestuften Gruppe wenige Minuten vor Beginn der Veranstaltung auf dem Marktplatz in dem gegenüberliegenden Café bemerkt. Er selbst habe sich nur einen Kaffee holen wollen, sagte der Zeuge. "Das konnte kein Zufall sein", sagte er. "Das war blanke Provokation."

Polizisten sperrten den Eingangsbereich, zusätzliche Kräfte wurden hinzugezogen. Einen Versuch von Antifaschisten, in den Verkaufsraum einzudringen und dabei die Polizeisperre zu durchbrechen, wehrten die Beamten ab.

Nach Angaben der Polizei hatten sich gegen 12.45 Uhr etwa 25 Personen, die der linken Szene zugeordnet werden, aus der rund 40 Teilnehmer starken Kundgebung abgespalten und waren zu der Bäckerei gerannt. "Das Geschäft war zu diesem Zeitpunkt stark frequentiert", so die Polizei. "Einsatzkräfte bildeten daraufhin sofort vor dem Eingang eine Kette, um das Eindringen der zum Teil vermummten und mit Schlaggegenständen bewaffneten Gruppe zu verhindern", heißt es im Polizeibericht. Die Polizei vermutet, die Angreifer hätten Transparentstangen bei sich gehabt. Parallel dazu seien von der Einsatzleitung Unterstützungskräfte aus dem benachbarten Hessen, der Polizeiinspektion Northeim und der Bereitschaftspolizei nach Göttingen beordert worden.

Die Polizei bezeichnete die Linksaktivisten als "hoch aggressiv". Einzelne Personen hätten Beamte geschubst und geschlagen. Ein Verkaufsstand und ein Tisch der Bäckerei seien zerstört worden, Angreifer hätten "Bestandteile zur weiteren Bewaffnung" benutzt. "Die Polizisten wurden unter anderem mit Kuchenblechen und anderen Gegenständen beworfen."  Zeitgleich seien die Mitglieder des "Freundeskreises" in einen nicht einsehbaren Bereich im Obergeschoss der Bäckerei gebracht worden.

Bis etwa 14 Uhr sollen die Mitglieder des "Freundeskreises" in dem Café gesessen haben, bis sie schließlich von der Polizei - und dem Protest von Demonstranten - begleitet in einem Polizeiwagen abtransportiert wurden. Sie erhielten Platzverweise für die Göttinger Innenstadt bis zum Ende des Tages. Gegen Antifaschisten leitete die Polizei Ermittlungsverfahren wegen Landfriedensbruchs, versuchter gefährlicher Körperverletzung, Beleidigung und Nötigung ein und stellte die Personalien von acht tatverdächtigen Personen fest.

Wie schon am Freitag hat der "Freundeskreis" auch am Sonntag eine Kundgebung vor dem Göttinger Bahnhof veranstaltet. Dort standen fünf "Freundeskreis"-Mitglieder in dem ihnen zugewiesenen kleinen, durch Flatterband abgetrennten und durch Polizei geschützten Bereich mehr als lautstarken 80 Gegendemonstranten auf dem Bahnhofsvorplatz gegenüber. Nach einer Dreiviertelstunde und zwei Redebeiträgen, die zeitweise in den Parolen der Gegner untergingen, zog der "Freundeskreis" unter Polizeigeleit wieder ab.

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