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Göttingen Fridtjof-Nansen-Haus: Verkauf oder Nachnutzung?
Die Region Göttingen Fridtjof-Nansen-Haus: Verkauf oder Nachnutzung?
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15:31 06.06.2018
Die Merkelstraße 4: Die Stadt will die Ostviertel-Villa verkaufen. Quelle: Peter Heller
Göttingen


6,2 Millionen Euro wollte die Stadt als Eigentümerin der denkmalgeschützten Ostviertel-Villa nebst angegliedertem Wohnheim bei einem Verkauf haben. Kaufgebote über die Summe bislang? Fehlanzeige.

Nach Tageblatt-Information soll nun am Donnerstag im nicht-öffentlichen Teil der Bauausschusssitzung einem Verkaufsangebot der Zuschlag erteilt werden, der fast 1,5 Mio unter dem bis April geforderten Mindestgebot liegt. Bei der Besetzung des angegliederten Wohnheim im Anfang Mai hatte Verwaltungssprecher Dominik Kimyon noch einmal betont: „Einnahmen aus dem Verkauf fließen übrigens dem städtischen Haushalt zu, aus dem beispielsweise Mittel für den Wohnungsbau bereitgestellt werden können.“

Offener Brief gegen den Verkauf

Unterdessen haben sich der Tischlermeister Jupp Wessling und der Architekt Bernhard Kilper in einem offenen Brief an Rat, Verwaltung und Medien gegen einen Verkauf des Gebäudes ausgesprochen. Beide sind nach eigenen Angaben seit Jahrzehnten im Bau- und Planungsgeschehen mit dem Schwerpunkt Altbausanierung tätig. Kilpers Arbeitsschwerpunkt liegt danach in der Sanierung von Bestandsgebäuden und Denkmälern.

„Überschaubaren Investitionskosten“

Nach ihren Berechnungen ließe sich das bisher größtenteils als Studentenwohnheim genutzte Nebengebäude mit einer Gesamtnutzfläche von rund 1550 Quadratmetern Gesamtnutzfläche „mit überschaubaren Investitionskosten“ von etwa 1,7 Millionen Euro zu günstigen Mietwohnungen und Unterkünften für Studenten, Schüler, Auszubildende und Menschen in prekären Arbeitsverhältnissen umbauen. Haustechnik, Heizung und Abwassersysteme müssten saniert werden, eine energetische Sanierung sei in Teilbereichen notwendig.

Sechs Euro pro Quadratmeter und Monat Miete

„Diese Maßnahmen lassen sich im Low Budget für zirka 1000 Euro pro Quadratmetern realisieren.“ Mit der einen Millionen Euro als fiktiven Kaufpreis für diesen Teil würden das Kosten von 2,7 Millionen Euro bedeuten. „Bei Zinsen und Tilgung von jährlich vier Prozent kommen wir in unserer Berechnung auf einen Mietpreis von zirka sechs Euro pro Quadratmeter und Monat. Günstigeren Wohnraum kann man zur Zeit kaum schaffen“, heißt es in dem Brief.

Auch die Linken im Rat der Stadt sprechen sich dafür aus, den Anbau als Wohnraum zu nutzen. Für die Ratssitzung am Freitag, 15. Juni, wollen sie einen entsprechenden Antrag einbringen. Darin heißt es weiter: „Die Verwaltung wird beauftragt, die planerischen Voraussetzungen für die Unterbringung des Stadtarchivs in de ehemalige Levinsche Villa des heutigen Fridtjof-Nansen-Hauses zu schaffen.“ Die Stadtverwaltung plant, das Archiv aus dem Neuen Rathaus auszugliedern und in einer angemieteten Halle an der Hannoversche Straße unterzubringen.

Die Sitzung der Bauausschusses beginnt am Donnerstag, 7. Juni, ab 16 Uhr im Neuen Rathaus, Hiroshimaplatz 1-4. Der Rat tagt dort im Ratssaal am Freitag, 15. Juni. Ebenfalls ab 16 Uhr.

Von Michael Brakemeier

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