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Göttingen Frieda und Rudolf Müller feiern heute ihre eiserne Hochzeit
Die Region Göttingen Frieda und Rudolf Müller feiern heute ihre eiserne Hochzeit
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19:19 17.11.2009
„Wir hatten eine schöne Zeit“: Frieda und Rudolf Müller. Quelle: Heller
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Schon seit der Schulzeit kannte Rudolf Müller die drei Jahre jüngere Frieda. „Gefunkt hat es im Mai 1939 bei einem Dorfgemeinschaftsabend“, erzählt der 89-Jährige. Die Familien waren anfangs nicht begeistert: Frieda war erst 16 Jahre alt. Doch das Paar hielt zusammen:

„Wir hatten eine schöne Zeit!“

Bis zur Verlobung aber sollten dann vier teils kummervolle Jahre vergehen: Rudolf musste in den Krieg, „Anfang 1942 wurde ich eingezogen“. Zuvor hatte er seine Ausbildung als Feinmechaniker abgeschlossen und erste Berufserfahrung bei Sartorius gesammelt. Frieda schickte ihm einen Kuchen an die Ostfront. „Abends im Dunkeln habe ich davon gegessen – und erst morgens gesehen, dass er schon schimmelig war.“ So lange sei das Päckchen unterwegs gewesen. Müller schmunzelt beim Erzählen der Anekdote: „Mir hat das nichts ausgemacht, am Kommissbrot war auch oft Schimmel.“ Im Vorfeld der Schlacht von Stalingrad wurde Müller schwer verletzt und kam ins Lazarett. Im Sommer darauf entließ ihn die Wehrmacht.

Seine Braut hatte derweil weiter in der Landwirtschaft gearbeitet. Um die Jahreswende 1943/44 wurde sie für den Arbeitsdienst in der Munitionsanlage Lenglern verpflichtet. Als das Gerücht aufkam, dass ledigen Frauen eine Dienstverpflichtung in Dänemark drohte, „haben wir kurzerhand geheiratet“.An die Hochzeitsfeier erinnert sich Frieda Müller nicht gern: „Es war nicht gut, nur ein sehr kleines Fest. Die Männer waren ja alle im Krieg“, erzählt sie.

Das Paar blieb in Reyershausen. Zwei Kinder kamen zur Welt: 1948 ein Sohn, die Tochter 1953. 1950 nimmt Müller Arbeit im Kalibergwerk Reyershausen an. Die Familie betreibt außerdem eine kleine Landwirtschaft: „Bis 1973. Wir hatten Kühe, Schweine, Hund und Katze“, erzählt der Rentner. Im Verlauf der Jahrzehnte wuchs die Familie weiter: Vier Enkel und drei Urenkel wurden geboren.

Gemeinsames Hobby

Am Dorfleben hat sich das Ehepaar stets beteiligt: in der Feuerwehr etwa und auch im Sportverein. Ein gemeinsames Hobby war das Schwimmen. Auch Reiselust verband die Reyershäuser: Beide erinnern sich gern an Fahrten nach Italien, Frankreich, Schweden und in das ehemalige Jugoslawien, „als es uns gesundheitlich noch besser ging“. Allerdings gab es auch Krisen: Mehrfach musste er wegen der alten Kriegsverletzungen ins Krankenhaus. So fasst seine Ehefrau das Erlebte zusammen: „Auch wenn es manchmal nicht gut lief, wir standen alles durch – Freud und Leid.“ „Und haben nie daran gedacht, auseinanderzugehen“, beendet ihr Ehemann diesen Gedanken.

Von Katharina Klocke

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