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Göttingen Gesamtschule in Göttingen wehrt sich gegen Spaltung
Die Region Göttingen Gesamtschule in Göttingen wehrt sich gegen Spaltung
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00:21 28.10.2018
Demo im September. Quelle: Christina Hinzmann / GT
Göttingen

Elternvertreter, Schüler und Lehrer der Geschwister-Scholl-Gesamtschule (GSG) haben sich am Dienstag in einer Informationsveranstaltung für einen Stufenplan ausgesprochen. Hintergrund ist eine drohende Teilung der Schule. „Auch eine temporäre Teilung lehnen wir vehement ab”, sagt Nicole Braunschweig, Vorstand des IGS-Schulelternrates an der GSG.

Zu der Infoveranstaltung waren Vertreter aller Ratsfraktionen gekommen, „mit Ausnahme der FDP”, so Braunschweig. Auch Schuldezernent Siegfried Lieske machte sich vor Ort ein Bild. „Wir wollten mit Politik und Verwaltung ins Gespräch kommen, die Situation vor Ort persönlich zeigen und das Konzept der Schule näher erläutern”, so Braunschweig. „Das hat viel bewegt”, so die Elternvertreterin. Und weiter: „Wir wollten verdeutlichen, warum aus unserer Sicht auch eine temporäre Auslagerung nicht sinnvoll ist.”

Die Elternvertretungen hätten einen „klaren Handlungsauftrag” von den Eltern erhalten – innerhalb von drei Tagen wurden 574 Unterschriften gesammelt. Im Schulentwicklungsplan der Stadt ist vorgesehen, zwei bis drei Jahrgänge „temporär“ an einen anderen Standort in Grone auszulagern.

Auch GSG-Schulleiter Tom Wedrins fordert eine „präzise Formulierung im Schulstättenentwicklungskonzept, die auch eine temporäre Verlagerung einiger Schulbereiche ausschließt“. „Wir können nur an einem Standort arbeiten, alles andere ist schlicht nicht möglich“, sagt er.

Der Schulvorstand der GSG hat sich einstimmig für ein Papier ausgesprochen, in dem die Gründe aufgeführt sind, warum eine Teilung nach Ansicht der Mitarbeiter, Schüler und Eltern nicht sinnvoll ist. Darin fordern sie beispielsweise eine „längst überfällige Sanierung” und einen Umbau der Schule, um Inklusion weiter umsetzen können. Auch fordern sie eine Sanierungsphase, die so geplant wird, dass alle am jetzigen Standort bleiben können. Der Vorschlag des Vorstands: „Dazu bietet sich ein Erweiterungsbau an, der während der Bauzeit als Verlagerungsort genutzt werden kann”.

Schuldezernent Lieske erklärte, dass die Schule sich wünsche, dass das beauftragte Architekturbüro mit der Bauverwaltung und Schule einen „Stufenplan“ erarbeitet, der möglichst eine auch nur zeitweise Auslagerung von Klassen überflüssig macht. Lieske: „Meine Fantasie reicht nicht aus, mir ein Szenario vorzustellen, das dieses Ziel erreicht. Wenn es dennoch möglich wäre, wäre ich der Letzte, der dagegen reden würde.“ Dabei müssten aber sowohl der Zeitfaktor als auch der Kostenaspekt eines möglichen Szenarios „ intensiv betrachtet“ werden. Die Fakten und den Wunsch der Schule müsse man abwägen. Der Dezernent geht davon aus, dass die Fraktionen im Rat der Stadt beantragen werden, dass die Verwaltung einen solchen Stufenplan im Dialog mit der Schule erarbeiten soll.

In dem Papier argumentierten die Schulvertreter unter anderem, dass ein zweiter Standort die Arbeit erschwere. „Auch das benachbarte Otto-Hahn-Gymnasium erhält einen Anbau und keine Außenstelle. Das muss für uns auch gelten“, ist dort zu lesen. Zudem arbeite die Schule in Teams. Zwei Standorte würden diese Kooperation zerschlagen. Beispielsweise haben die Klassen zwei Klassenlehrer. Oft müssen sich beide untereinander verständigen. Wie aber solle das gelingen, wenn eine von beiden gerade im Einsatz an einem anderen Standort ist?

Zudem benötigen in der GSG etwa zehn Prozent der Schüler eine besondere Förderung. Der Unterrichtseinsatz für Inklusion wäre an zwei Standorten nicht steuerbar. Die Schule setze auf in Klein-Teams abgestimmte Differenzierungskonzepte. Ab Jahrgang neun arbeiten dort zwei Klassen in den entsprechenden Fachunterrichten in einem Team. Dieses Modell sei an zwei Standorten nicht umsetzbar, ein zweiter Standort zerschlägt das Differenzierungsmodell. Weitere Argumente seinen die Busanbindung und das Pendeln der Lehrer.

Von Britta Bielefeld

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