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Göttingen Mit dem Tourist von Schleswig-Holstein nach Göttingen
Die Region Göttingen Mit dem Tourist von Schleswig-Holstein nach Göttingen
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15:49 05.08.2018
Aus Schleswig-Holstein sind Peter Viertel (links) und Johannes Bohlender zum Gänselieseltreffen der Heinkel-Freunde Göttingen angereist. Quelle: Rüdiger Franke
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Göttingen

„Die Faszination an Heinkel-Rollern ist ihre gute Qualität, ihre Haltbarkeit und Beständigkeit über die Jahre“, sagte Franke Heise, Vorsitzender der Heinkel-Freunde Göttingen. Immerhin seien die Fahrzeuge mittlerweile 50 bis 60 Jahre alt. Heise kam 1985 an seinen Tourist 103 A-2. Den habe er damals komplett aufgearbeitet, bis das Fahrzeug wieder zuverlässig lief. Ersatzteile für die Marke seien kein Problem, sagt er. Der Heinkel-Club Deutschland sei der größte markengebundene Club Europas. Dem Club gehören 5100 Mitglieder in 61 Regionalclubs an, berichtete der 77-jährige Adolf Nohe aus dem baden-württembergischen Höpfingen. Die Zahlen habe er aktuell auf der Generalversammlung erfahren.

Video vom Treffen vor dem Alten Rathaus:

Vater als Vorbild

Sein Vater habe als jungen Mann solch einen Roller gehabt, erzählte Heise. „Ich fand ihn auf den Bildern immer faszinierend und wusste, das wird mein Oldtimer.“ Heise bezeichnet sich selbst als ein bisschen pingelig. „Deshalb habe ich geschaut, dass ich gute Teile finde.“ Als er fertig war, habe sein Roller den Zustand eins gehabt, also wie aus dem Werk. Früher habe er auch einen Seitenwagen am Roller gehabt. Da seien dann die Kinder mitgefahren.

Hier geht es zu den Bildern vom Treffen:

Ihre Roller der Marke Heinkel haben die Teilnehmer des Gänselieseltreffens vor dem Alten Rathaus in Göttingen zur Schau gestellt. Bereitwillig gaben die Besitzer interessierten Besuchern Auskunft über die historischen Fahrzeuge.

Mit Seitenwagen

Mit Seitenwagen ist Johannes Bohlender aus der Nähe von Kappeln angereist. „Das sind 490 Kilometer“, erzählte er. Er habe aber eine starke Bindung in die Region, weil er 30 Jahre bei der Bundespolizei in Duderstadt stationiert gewesen sei. 2000 sei er dann in den Norden gezogen. Er hat sich am Freitag um 3 Uhr auf den Weg nach Göttingen gemacht. Südlich von Kiel hat er sich dann mit Peter Viertel getroffen. Der 74-Jährige nimmt bereits seit 2008 an den Treffen in Göttingen teil. Viertel fährt einen Tourist 103 A-1. „Da ist schon Nostalgie dabei“, sagt er. Der Vorteil der Fahrzeuge sei aber, dass sie dauerhaft laufen, „wenn man sie gut pflegt“. Dazu gehöre auch, dass man das Öl alle 1000 Kilometer filtert.

17 Jahre auf dem Trike

Nicht ganz so weit war der Weg von Hermann Gaulke von den Heinkel-Freunden Hamburg. „Ich bin durch einen Zufall zu meinem Roller gekommen“, erzählt er. Er sei 17 Jahre Trike gefahren, habe sogar eine Trikegruppe gegründet. Doch irgendwann seien nur noch er und seine Frau übrig geblieben. Allein habe es keinen Spaß gemacht, deshalb habe er sein Trike verkauft. „Dann habe ich von meinem Heinkelroller geträumt, den ich von meinen Eltern zur bestandenen Gesellenprüfung bekam.“ Er wurde neugierig und schaute 2011 einfach mal im Internet nach. Mit dem Roller habe er damals seine Frau kennengelernt.

Frank Heise (links) und Hermann Gaulke beim Gänselieseltreffen der Heinkel-Freunde Göttingen Quelle: Rüdiger Franke

Perfekte Symbiose

Der Roller sei in den 1960er-Jahren die perfekte Symbiose zwischen Motorrad und Auto gewesen, sagt Adolf Nohe. Er habe seinen 1961 gekauft. „Das ist eine alte Liebe.“ Auf dem Roller konnte man mit Anzug und Schlips fahren, erinnert er sich. Das sei von Vorteil gewesen, wenn man zum Tanzen fuhr. Der 77-Jährige fährt im Jahr rund 6000 Kilometer mit seinem Roller. Allein rund 300 Kilometer sei die Strecke aus Höpfingen zum Gänselieseltreffen. Man müsse sich bewusst sein, dass man mit einem Oldtimer fahre. „Der Weg ist das Ziel“, sagt er. Unterwegs habe man viel Zeit, die Landschaft zu betrachten.

„Liebe und Überzeugung“

„Liebe und Überzeugung“ nennt Bettina Ahrens von den Göttinger Heinkel-Freunden als Gründe für ihre Leidenschaft. Anfangs sei sie immer nur mitgefahren. „Das ist zwar nett, aber selber fahren ist schöner.“ Wer sich anstecken lassen möchte, ist bei den Heinkel-Freunden gern gesehen. „Wir suchen Nachwuchs“, sagt Heise. Informationen gibt es auf der Homepage des Vereins.

Von Rüdiger Franke

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