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Göttingen Gala zum 40-jährigen Bestehen
Die Region Göttingen Gala zum 40-jährigen Bestehen
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00:20 20.03.2019
40. Jubiläum der Waldorfschule Göttingen unter dem Motto „Kunst ist die bessere Pädagogik“. Quelle: Niklas Richter
Göttingen

Einblicke in das Schulleben hat am Sonnabend die Freie Waldorfschule Göttingen unter dem Motto „Kunst ist die bessere Pädagogik“ gegeben. Die Schule feierte ihr eigenes 40-jähriges Bestehen.

„Keine dieser Szenen und Aufführungen wurden speziell für die Gala entwickelt, sondern sind Teil des regulären Unterrichts“, erklärt Katharina Wyss, deren Kinder auf die Freie Waldorfschule Göttingen gehen und die bei der Organisation der Gala unterstützte. Schüler aus den Jahrgängen drei bis zwölf präsentierten im Festsaal der Schule unter dem Motto „Kunst die bessere Pädagogik“ die sogenannten Best-Of-Szenen aus Schüleraufführungen und Darbietungen aus dem Unterricht. Neben dem 40-jährigen Bestehen der Göttinger Waldorfschule wurde an dem Abend auch das 100-jährige Jubiläum des Konzepts Waldorf allgemein gefeiert.

Ein umfangreiches Portfolio verschiedener musikalischer und tänzerischer Darbietungen zeigte am Sonnabend die Schulgemeinschaft der Göttinger Waldorfschule.

Eurythmie als roter Faden

Zusammengehalten wurde die Gala durch Elemente aus der Eurythmie, einer Bewegungskunst, die mit ausdrucksstarken Bewegungen Teil der Darstellenden Kunst ist und für Bühneninszenierungen genutzt wird. Mit oftmals weiten und farbenfrohen Gewändern bekleidet, zeigten die verschiedenen Jahrgangsstufen ihr Können. Während der Lehrer Rafael Yaari bei der expressionistischen Darstellung des Gedichts „Pulver“ den Siebtklässlern die Bewegungen noch vormachen muss, sticht die zwölfte Klasse mit sichereren und präzisen Bewegungen hervor. „Pulver“ wurde nach Angaben Yaaris von einem Siebtklässler geschrieben und handelt von der Erfindung des Schwarzpulvers.

Preisgekröntes Video

Unter der Leitung von Lehrer Hecht nahm der Musikkurs der Klasse 12G an dem internationalen Wettbewerb „Agon Armonias“ teil und konnte den ersten Platz für sich beanspruchen. Der Wettbewerb dient der Förderung der altgriechischen Sprache, der klassischen Philosophie durch Dichtkunst und der Komposition. Die Schüler hatten die Aufgabe, einen Spruch oder eine Strophe eines altgriechischen Philosophen oder Dichters auszuwählen und unter Einbindung dieses Textauszugs ein Video zu drehen, dass diesen musikalisch und poetisch interpretiert. Die Wahl der Schüler fiel auf das Zitat von Euripides (480 - 407 v. Chr.): „Mit Schweigen ist im Unglück nichts getan“. Eindringlich wirken die Szenen des Films, in denen die Schüler unverwandt den Betrachter fokussieren.

Begleitet von Musiklehrer Hecht brachte die zehnte Klasse ihre Interpretation von „Bohemian Rhapsody“ von Queen auf die Bühne. Die fünfte Klasse präsentierte unter Leitung von Heleen Fermon das französische Lied „La route des Brujéres“. Bereits von der ersten Klasse an bekommen die Schüler an Waldorfschulen Sprachunterricht.

Das Stück „Planeten Musiken“ von dem 14-jährigen Komponisten Frederik Palupski kam am Abend der Gala zu seiner Uraufführung. Mit einem jahrgangsübergreifenden Projekt stellten die Klassen sieben bis elf die verschiedenen Planeten dabei eurythmisch unter der Leitung von Yaari dar.

Der Stummfilmmusiker Wolfgang Zettl begleitete musikalisch die eurythmische Darbietung von Joseph Beuys „Anleitung zum guten Leben“ ebenfalls unter der Leitung Yaaris. „Waldorfschulen wissen um die Wirkung von Kunst. Durch alle Fächer hindurch zieht sie sich, denn Kunst ist die bessere Pädagogik“ erklärt Yaari. Eurythmie sei die Kunst, Musik und Sprache sichtbar zu machen.

Von Lisa Hausmann

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