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Göttingen Erinnerung an Opfer des Nationalsozialismus
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16:32 07.11.2018
Am Mahnmal am Platz der Synagoge findet am Freitag, 9. November, die Göttinger Gedenkstunde zur Pogromnacht 1938 statt. Quelle: Christina Hinzmann
Göttingen

In dieser Nacht hatten die SA und von den Nazis aufgehetzte Bürger in zahlreichen deutschen Städten Synagogen verbrannt und jüdische Geschäfte demoliert. Die reichsweiten Gewalttaten und Zerstörungen wurden, getarnt als unmittelbarer Ausbruch des „Volkszorns“, in Wirklichkeit ausgelöst durch eine antisemitische Hetzrede von Joseph Goebbels und dauerten - zentral gesteuert - bis zum 11. November.

In Göttingen war es vor allem die SS, die in die Wohnungen und Geschäfte der jüdischen Bevölkerung eindrang, die Einrichtungen verwüstete und plünderte, Fenster zerschlug und unterschiedslos Männer, Frauen und Kinder inhaftierte. Die SS war es auch, die - übrigens mit tatkräftiger Unterstützung des Leiters der Berufsfeuerwehr Wilhelm Rodenwald - gegen ein Uhr nachts die Synagoge an der Masch in Brand steckte. SA und Freiwillige Feuerwehr beschränkten sich darauf, ein Übergreifen des Feuers auf umliegende Gebäude zu verhindern.

Gedenkstunde am Mahnmal der Synagoge

Eine Gedenkstunde unter der Überschrift „80 Jahre nach den November-Pogromen von 1938“ organisiert die Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit gemeinsam mit der Stadt Göttingen für Freitag, 9. November. Die Veranstaltung, bei der auch Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler und der Bundestagsabgeordnete Thomas Oppermann (beide SPD) sprechen werden, beginnt um 18 Uhr am Mahnmal der zerstörten Synagoge in Göttingen.

Nach der Gedenkfeier berichtet der Zeitzeuge Peter Kurer aus Manchester von der Rettung von Zehntausenden von jüdischen Kindern durch den „Kindertransport 1938/39“ nach England und Marion Lamm von Transporten nach Schweden. Solche „Kindertransporte“ für Tausende Jüdische Kinder führten bis Ende August 1939 außerdem in die Niederlande, nach Belgien, in die Schweiz – die später den Postkartenvertrieb zwischen den Kindern und den Familien organisierte – und nach Irland, Dänemark, Schweden, Norwegen, Palästina und in die USA. Beginn ist um 19.30 Uhr im Löwenstein in Göttingen, Veranstalter sind das Jüdische Lehrhaus Göttingen und der Quäker-Andachtskreis Göttingen.

Bildvortrag über Mündener Synagoge

Zum Gedenken der jüdischen Opfer des Nationalsozialismus richten die Stadt Hann. Münden und die drei Mündener Geschichtsvereine eine Veranstaltung am Freitag, 9. November, ab 18 Uhr an der Stele an der Südseite des Rathauses in Hann. Münden aus. Im Anschluss folgt in der unteren Rathaushalle ein Bildvortrag über die Synagoge in Münden.

Mit einer Kranzniederlegung in Northeim wird am Freitag, 9. November, auf Anregung des ökumenischen Arbeitskreises der Opfer der Pogromnacht gedacht. Beginn ist um 18 Uhr am Gedenkstein für die ehemaligen jüdischen Bürger Northeims.

Gedenkstunde in Dransfeld

Eine Gedenkfeier zur Pogromnacht organisiert das „Dransfelder Bürgerforum 9. November“ für Freitag, 9. November. Die Gedenkstunde beginnt um 16.30 Uhr vor der ehemaligen Synagoge in Dransfeld, Gerlandstraße 7, der zweite Teil der Veranstaltung wird in der Kirche St, Martini ausgerichtet.

Die jüdische Geschichte der Stadt Duderstadt steht im Mittelpunkt des Stadtrundganges am Freitag, 9. November. Treffpunkt ist um 15 Uhr am Gartengrundstück gegenüber des Ursulinenklosters in Duderstadt, Christian-Blank-Straße, Veranstalter ist der Deutsche Gewerkschaftsbund ,Region Göttingen.

Von Matthias Heinzel und Alisa Altrock

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