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Göttingen Gefürchteter Taucher und kleiner Bär mit Flügeln
Die Region Göttingen Gefürchteter Taucher und kleiner Bär mit Flügeln
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18:52 28.12.2009
Geschickter Fischjäger und Vogel des Jahres: der Kormoran in seinem Element. Quelle: F. Möllers/Nabu
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Der „Vogel des Jahres“ 2010 wurde vom Naturschutzbund (Nabu) Deutschland gekürt und ist nicht bei jedermann gut beleumundet. Den Anglern etwa gilt der Kormoran als nimmersatter Konkurrent an Fischgewässern. Dabei, so der Nabu, fische der Meistertaucher vor allem „häufige und wirtschaftlich unbedeutende Weißfische wie Rotaugen, Brassen und andere Kleinfische“, die ohnehin in großen Mengen vorkämen. Dennoch könne es gebietsweise zu Problemen kommen, etwa an Fischzuchtanlagen, räumt der Naturschutzbund ein. Denn auch Karpfenfische sowie andere kleine bis mittelgroße Fische fallen ihm zur Beute.
Den Kormoran aber deswegen zu bejagen, wie es vielfach geschehe, lehnen die Vogelschützer ab. Es gebe andere Lösungen: etwa die gezielte Schaffung von fischreichen Ruhezonen, zu denen die Vögel gelenkt werden könnten. Oder die Überspannung gefährdeter Gewässer mit weitmaschigen und gut sichtbaren Drahtnetzen.

Der wissenschaftliche Name des Kormoran Phalacrocorax ist griechischen Ursprungs und bedeutet „kahlköpfiger Rabe“. Der Vogel, dessen Artname „carbo“ lautet, gehört zur Ordnung der Ruderfüßer wie Pelikan und Basstölpel. Gemeinsam ist allen Verwandten eine Schwimmhaut an den Füßen, dank derer sie hervorragend schwimmen und bis zu 16 Meter tief tauchen können.

Den nachtaktiven Dachs, einen Wald- und Flurbewohner, hat die Schutzgemeinschaft Deutsches Wild (SDWI) zum „Wildtier des Jahres“ ausgerufen. Der nach Goethe im Volksmund Grimbart genannte Meles meles ist ein Allesfresser und ernährt sich sowohl von Würmern, Insekten, Schnecken und Mäusen als auch von Wurzeln, Knollen und Pilzen. Er lebt in Höhlensystemen, die mehrere Dachsgenerationen gebaut haben. In den 1970er Jahren wurde seine Zahl dezimiert: Viele Dachse wurden Opfer der zur Tollwutbekämpfung gegen Füchse eingesetzten Gase.

Behaart als Raupe

Der von der Naturschutzstiftung des Bundes für Umwelt- und Naturschutz (Bund) herausgehobene Schönbär ist kein Säugetier, sondern der „Schmetterling des Jahres“. Seinen Namen verdankt er einer auffälligen Färbung und einer fellähnlichen Behaarung im Raupenstadium. Die Falter saugen im Juni und Juli an Disteln, Wasserdost und anderen Blüten. In Ruheposition liegen die schwarz-gelb-weißen Vorderflügel zur Tarnung übereinander. Im Flug und bei Gefahr sind die leuchtend roten hinteren Flügel zu sehen. Der in lichten und feuchten Wäldern anzutreffende Schönbär leidet unter intensiver Forstwirtschaft und der Trockenlegung von Kleingewässern im Wald.

In ganz Europa verbreitet, aber nur wenig bekannt ist der Teichmolch (Lissotriton vulgaris), von der Deutschen Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde (DGHT) zum „Lurch des Jahres“ gewählt. Teichmolche sind heimliche Bewohner von Tümpeln und Weihern. Auffällig sind vor allem die Männchen während der Fortpflanzungszeit. Zu erkennen sind die ansonsten unauffälligen Tiere an ihrem hohen gewellten Rückenkamm und breiten Hautsäumen an den Hinterbeinen, einem schwarz-gefleckten und orange leuchtendem Bauch.
Weitere Infos über Jahreswesen unter www.nabu.de.

kk

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