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Göttingen Gelbe Tonne statt gelbe Säcke?
Die Region Göttingen Gelbe Tonne statt gelbe Säcke?
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14:42 09.10.2018
Die Müllsammlung in gelben Säcken könnte ab 2021 im gesamten Göttinger Stadtgebiet der Vergangenheit angehören. Quelle: Christoph Mischke
Göttingen / Landkreis

Die Göttinger Entsorgungsbetriebe (GEB) planen die stadtweite Aufstellung von „Gelben Tonnen“ als Ersatz für die gelben Säcke zum 1. Januar 2021. Dies teilte GEB-Sprecherin Maja Heindorf auf Tageblatt-Nachfrage mit.

„Mit Inkrafttreten des Verpackungsgesetzes im nächsten Jahr werden die Weichen für die stadtweite Einführung der Behältersammlung gestellt. Verhandlungen dazu sind bereits angelaufen“, erklärte Heindorf. Ob es eine „Gelbe Tonne“ für die Entsorgung von sogenannten Leichtstoffverpackungen – das entspräche den bisherigen gelben Säcken – oder gleich eine Wertstofftonne auch für „stoffgleiche Nichtverpackungen“ wie zum Beispiel Kunststoffeimer, Kochtöpfe oder Blumentöpfe werden wird, konnte Heindorf noch nicht sagen. „Das werden die Verhandlungen zeigen“, ließ sie zunächst offen.

Argumente für die Tonne

Die Stadt Göttingen hatte bereits 2012 über die GEB ein Pilotprojekt „Wertstofftonne“ in einigen ausgewählten Gebieten mit unterschiedlichen Bebauungsstrukturen gestartet. Bis 2020 soll dieser Pilotversuch weiterlaufen. Die bisher gewonnenen Erkenntnisse seien laut Heindorf positiv und würden für eine stadtweite Erfassung von Leichtstoffverpackungen in Behältern sprechen. „Die hohe Akzeptanz zeigt sich in der Sauberkeit der Getrenntsammlung mit relativ wenig Fehlwürfen“, erläutert die Expertin. Ferner spreche die Sauberkeit im Umfeld für eine Abfuhr per Tonne. Auch hierfür nennt sie einen Grund: „Verschmutzungen durch zu früh herausgestellte Säcke oder auch durch von Vögeln und Nagetieren aufgerissene Säcke entstehen erst gar nicht.“ Zudem würden Zwischenlagerungsprobleme von gelben Säcken in kleinen Wohnungen entfallen, meint Heindorf. „Für die Kollegen der GEB bedeutet die Sacksammlung eine enorme körperliche Anstrengung“, liefert die Sprecherin ein weiteres Argument. Heindorfs Fazit: „Unterm Strich: Die Umstellung der Sacksammlung auf die Behältersammlung bringt für Nutzer und Dienstleister Vorteile.“

Gelbe Tonne noch nicht im Landkreis

All diese Argumente unterschreibt auch Tageblatt-Leserin Inge Hopp aus Atzenhausen. Als Bürgerin aus dem Landkreis Göttingen wollte sie von den zuständigen Stellen wissen, ob sie auch an ihrem Wohnort eine „Gelbe Tonne“ bekommen könnte, wie sie derzeit in Göttingen getestet wird. „Ich habe deshalb zunächst bei der Abfallwirtschaft des Landkreises angerufen, dort konnte man mir allerdings nicht wirklich helfen und hat mir eine kostenfreie 0800er-Nummer genannt“, berichtet Hopp. Gelandet ist sie dadurch zunächst beim bundesweiten Veolia-Umweltservice, der sie wiederum an die im Göttinger Maschmühlenweg sitzende Veolia Umweltservice West GmbH verwies. Unter der Göttinger Nummer erhielt sie dann einen Tipp, der aus ihrer Sicht allerdings wenig zielführend wäre: „Man sagte mir, dass ich mir eine solche Tonne selbst übers Internet kaufen müsste und dass sie der Landkreis aus politischen Gründen derzeit nicht anbietet“, so Hopp. Würde sie sich tatsächlich selbst eine Tonne kaufen, könnte sie diese demnach zwar benutzen – müsste aber weiterhin gelbe Säcke verwenden, die sie dann in die Tonne einwerfen müsste. „Das wäre unsinnig, denn es geht mir ja auch um die Vermeidung unnötigen Plastikmülls“, sagt die Atzenhäuserin. Dass es „Gelbe Tonnen“ im Landkreis durchaus schon gebe, habe sie selbst beobachtet, etwa im Bereich der Gemeinde Rosdorf. Angeboten werden sie seitens der Abfallwirtschaften des Landkreises aber in der Tat nicht.

Zur Frage, ob die Einführung einer „Gelben Tonne“ als Alternative zu den gelben Säcken im Landkreis Göttingen grundsätzlich möglich und was dafür nötig sei, wollte sich ein Landkreis-Sprecher gegenüber dem Tageblatt „ohne Berücksichtigung politischer Aspekte und Entscheidungen“ nicht äußern.

Von Markus Riese

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