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Göttingen Gemeinde Friedland lehnt Fläche für 45 neue Häuser zunächst ab
Die Region Göttingen Gemeinde Friedland lehnt Fläche für 45 neue Häuser zunächst ab
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21:37 13.03.2015
Mögliches oder zu verhinderndes Wohnbaugebiet östlich des Birkenfeldes in Groß Schneen? Quelle: Heller
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Groß Schneen

Andererseits: Dass Friedlands Bürgermeister Andreas Friedrichs (SPD) vor der jüngsten Immobilien-Messe auf diese Fläche als kommendes Baugebiet schon hingewiesen hat, hat die Ratsmehrheit aus CDU und Grüne alarmiert. In der Bauausschusssitzung am Donnerstag berichtete nun ein Bewohner des Birkenfeldes, er habe sich als Bauinteressent ausgegeben und während der Immo-Messe von der Sparkasse gleich eine Fläche in dem künftigen Baugebiet angeboten bekommen. Damit war klar: Die Mehrheit des Bauausschusses lehnt es ab, die Planung des Gebietes auch nur zu beginnen.

„Wir lassen uns doch von der Sparkasse kein Baugebiet diktieren“, sagte ein sichtlich verärgerter Toni Limburg (Grüne). „Erregt darüber, dass uns was untergejubelt werden soll“, zeigte sich auch Wilfried Henze (CDU). Und Hermann Capelle (CDU) wunderte sich zudem, „mit welcher Schärfe“ die SPD den Plan verteidigt: „Sie wissen also mehr als wir!“

Es geht um 36 000 Quadratmeter östlich des Birkenfeldes und nördlich der Ludolfshäuser Landstraße. 45 Wohneinheiten, teils in mehrgeschossigen Häusern, könnten hier entstehen in einem allgemeinen Wohngebiet. Die Verwaltung erbat vom Ausschuss die Zustimmung, das planen zu dürfen, also einen Bebauungsplan aufzustellen. Aufstellungsbeschluss heißt das. Denn die Nachfrage nach Bauland in der Gemeinde sei rege. Die letzten Flächen in Klein Schneen und am Hagen in Friedland seien bald verkauft, und alle anderen möglichen Baugebiete in Groß Schneen scheiterten bisher an Emissionsproblemen (der Schweinestall südwestlich des Dorfes).

"Dann bauen wir woanders“

Zahlreiche Anwohner, denen nun Neubauten zwischen ihr Haus und den Blick auf den Wald gebaut werden könnten, waren gekommen. Sie führten in der Bürgerfragestunde Argumente wie einen möglichen Windpark zwischen Groß Schneen und Ballenhausen sowie die ungeklärte Entwässerungsproblematik ins Feld. Ex-SPD-Fraktionschefin Margot Blotevogel verwies zum wiederholten Mal darauf, dass die Schmutzwasserkanalisation im Unterdorf, wo alles durch müsse, schon überlastet sei.

Vergeblich mühten sich Bauamtsleiter Jürgen Schäfer und Ortsbürgermeister Lothar Zeuner (SPD), sie davon zu überzeugen, dass alle bisherigen Untersuchungen noch die Möglichkeit weiterer Anschlüsse nachwiesen, dass die baldige Beseitigung von Fehlanschlüssen den Kanal zudem entlaste und dass mit Bau des neuen Gebietes ohnehin ein Großteil der Kanalisation nördlich des Dorfes entlang geführt werden soll, das Unterdorf also entlastet werde.

Für die SPD-Mitglieder gilt es außerdem als Chance, nun endlich ein Baugebiet in Groß Schneen ausweisen zu können, zumal die jetzt in Rede stehende Fläche bisher nicht zum Verkauf stand. Das sei jetzt anders. Und eine junge Frau gab der Politik noch mit auf den Weg: „Wir sind eine junge Familie, stammen aus Groß Schneen und wollen 2016 hier bauen. Aber drei, vier Jahre warten wir nicht mehr. Dann bauen wir woanders.“

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