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Göttingen Gericht verurteilt Anwalt zu Bewährungsstrafe
Die Region Göttingen Gericht verurteilt Anwalt zu Bewährungsstrafe
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00:17 30.12.2016
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Göttingen

Als Auflage muss der Anwalt nun 5000 Euro an die Deutsche Kinderkrebsstiftung zahlen.

Seine mitangeklagte Ehefrau, die in der Kanzlei für die Finanzbuchhaltung zuständig war, erhielt wegen Beihilfe zur Untreue eine Freiheitsstrafe von drei Monaten. Dem Urteil der Berufungskammer war eine prozessverkürzende Verständigung vorausgegangen. Die Beteiligten einigten sich darauf, die im erstinstanzlichen Urteil des Amtsgerichts Herzberg getroffenen Feststellungen rechtskräftig werden zu lassen und lediglich die Rechtsfolgen etwas abzumildern. Das Amtsgericht hatte Freiheitsstrafen von 15 beziehungsweise vier Monaten verhängt und außerdem gegen den Anwalt ein Berufsverbot von einem Jahr ausgesprochen.

Veruntreuung von Mandantengeldern

Der Anwalt ist bereits in zwei anderen Fällen strafrechtlich in Erscheinung getreten. In dem neuen Verfahren ging es um die Veruntreuung von Mandantengeldern. Das Landgericht sah es als erwiesen an, dass der Anwalt den Erlös aus einem Hausverkauf, den er im Auftrag einer Mandantin abgewickelt hatte, sowie Geld aus einem Rechtsstreit den rechtmäßigen Empfängern vorenthalten hatte. Stattdessen habe er das Geld – einmal ging es um 85.000 Euro, einmal um 4500 Euro - für eigene Zwecke verwendet. Der Anwalt hatte seine beiden Kanzleikonten auch zur Begleichung privater Verbindlichkeiten und den Konsum der Eheleute verwendet, unter anderem für Mitgliedsbeiträge beim FC Bayern München, Modehäuser und Schuhläden. Aus dem Urteil geht hervor, dass der Rechtsanwalt spätestens seit dem Jahr 2008 erhebliche Finanzprobleme hatte und sich Zahlungsansprüchen von Mandanten, Geschäftspartnern und privaten Gläubigern ausgesetzt sah.

Schaden wieder gutgemacht

Die Berufungskammer wertete zu Gunsten des Angeklagten, dass dieser sich im Wesentlichen geständig zeigte, die Taten bereits mehrere Jahre zurückliegen und dieser in beiden Fällen den Schaden inzwischen wieder gutgemacht hat. Außerdem sei er zum damaligen Tatzeitpunkt noch nicht vorbestraft gewesen. Als erschwerend werteten die Richter neben der hohen Schadenssumme auch das manipulative Verzögerungsverhalten des Angeklagten. Von einem Berufsverbot sah die Kammer ab, weil derzeit nicht mit der erforderlichen Sicherheit zu erkennen sei, dass der Angeklagte erneut erhebliche rechtswidrige Taten begehen werde.

Von Heidi Niemann

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