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Göttingen Gerichtstermin in Göttingen: Désirée Nick und Heinrich Prinz von Hannover
Die Region Göttingen Gerichtstermin in Göttingen: Désirée Nick und Heinrich Prinz von Hannover
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02:13 13.03.2013
Klagt im Landgericht gegen den Vater ihres Sohnes: Désirée Nick mit Anwalt. Quelle: Vetter
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Göttingen

Dabei wurde schnell klar: Es geht vor allem auch um die Aufarbeitung einer fulminant gescheiterten Beziehung – und verdeckt auch um die Zukunft des gemeinsamen Sohnes.

21 363,31 Euro soll der Prinz der Entertainerin zahlen, weil die im Abgeordnetenhaus in Berlin, in den Schlössern Laubach, Bückeburg und Friedrichsfelde sowie im Landhaus Kapellenhöhe vor Zuhörern aus dem Leben der Hermine Prinzessin von Preußen gelesen hat, einem Buch (Der Kaiser und ich) des Göttinger Historikers Jens-Uwe Brinkmann, einst Leiter des städtischen Museums. Vor dem Landgericht Göttingen wurde der Streit ums Geld persönlich – sehr persönlich.

2500 Euro je Lesung plus Spesen

Unversöhnlich gaben sich beide Parteien in der Güteverhandlung: Hier die Entertainerin, die zwar keinen Honorarvertrag vorweisen kann, die das Geld aber „wie vereinbart“ für das Ausbildungskonto des gemeinsamen Sohnes (16) beanspruche. Dort der Prinz, der behauptet, Nick habe „das selber unbedingt gewollt, um sich mit dem Buch einer neuen Szene zu zeigen.“ Eine Abmachung über Honorar – 2500 Euro je Lesung plus Spesen – bestreitet er vehement.

Entertainerin Désirée Nick ist am 12. März vor Gericht in Göttingen erschienen. © Vetter

So vehement, dass ihn Richterin Cornelia Marahrens immer wieder zur Ordnung rufen, ihm gar ein Ordnungsgeld in Aussicht stellen muss. Auch der Anwalt bekommt seinen Mandanten kaum unter Kontrolle. Auf der Gegenseite drängt es Nick immer wieder, die langjährige Beziehung ins Spiel zu bringen. Die, so Richterin Marahrens, sei „inzwischen ja wohl unstreitig“.

Britisches Konto

Kein schriftlicher Vertrag – ein Risiko, aber es gibt auch Verträge durch Einverständnis. Immerhin schreibt von Hannovers Anwalt selbst, es sei bekannt, dass Nick solche Auftritte niemals umsonst mache. Andererseits hat Nick die Rechnung erst geschrieben, als die Beziehung in die Brüche ging. Sie habe, sagt sie, etwas für seinen Verlag tun wollen. Das Geld sollte auf ein britisches Konto gehen, wo der gemeinsame Sohn zur Schule geht – heimlich, damit es nicht auf die Alimente angerechnet wird. Er zahle schon so viel, sagt er. „500 Euro“, kontert sie. „Und Kindergeld“, schimpft wieder er.

Prinzenrolle für ihren Sohn

Ob man sich denn nicht gütlich einigen könne, fragt die Richterin. Er dazu kopfrüttelnd: Sie solle die Forderung zurücknehmen und sich entschuldigen. Sie hingegen: Weil des Geld ja der Sohn bekommen sollte, könne sie nur darauf verzichten, wenn der Junge im Gegenzug „in die Familie eingebunden wird“. Von Hannovers Anwalt darauf: „Sie meinen doch nicht im ernst, er solle den Namen von Hannover bekommen?!“  Doch genau das hat sich Nick vorgestellt – quasi den Namen und damit die Prinzenrolle für ihren Sohn. „Hier wird der Sohn instumentalisiert, um den Namen von Hannover abzugreifen“, kontert der Anwalt.

Urenkel vom letzten deutschen Kaiser

Immerhin geht es um den Namen des Urenkels vom letzten deutschen Kaiser. Der Vater von Nicks Sohn ist nicht nur Prinz von Hannover, Herzog zu Braunschweig und Lüneburg, sondern auch königlicher Prinz von Großbritannien und Irland. Gern würde die Entertainerin sehen, dass der 16-Jährige auch vom Namen her dazugehört. Doch davon will der Beklagte nichts wissen. Es werden die Anträge gestellt. Das Gericht soll entscheiden, voraussichtlich am 6. Mai.

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