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Göttingen Zehn Jahre Stillstand bei der Sanierung des städtischen Museums?
Die Region Göttingen Zehn Jahre Stillstand bei der Sanierung des städtischen Museums?
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09:00 01.12.2018
Das Städtische Museum Göttingen am Ritterplan. Quelle: Christina Hinzmann
Göttingen

Der Geschichtsverein Göttingen beklagt, dass die Stadtverwaltung und einige Ratsfraktionen der Sanierung des städtischen Museums einen zu geringen Stellenwert beimessen. Mittlerweile sei es genau zehn Jahre her, dass im Gebäude massive Schäden entdeckt wurden – doch getan habe sich wenig. Ein Vorwurf, der die Verantwortlichen irritiert.

„Schwamm im Mauerwerk, Fäulnis und Holzwurm im Gebälk – einzelne Teile waren regelrecht einsturzgefährdet,“ erinnert sich Prof. Peter Aufgebauer, der Vorsitzende des Geschichtsvereins, an die Diagnose im Jahr 2008. Teile des Gebäudes am Ritterplan seien seitdem zwar denkmalgerecht saniert worden. Doch das damals den Göttingern angekündigte „Update für Ihr Museum“ habe es nicht gegeben, moniert Aufgebauer.

Konkret bemängelt er, dass das Hauptgebäude bis heute nicht renoviert wurde. Stattdessen sei auf Betreiben der Verwaltungsspitze jahrelang ein anderer Standort gesucht worden. Zwischenzeitlich habe die Verwaltung sogar erwogen, die jährlichen Zuschüsse für das Museum zugunsten der Betriebskosten des geplanten Kunstquartiers zu kürzen. Die Folge aus Aufgebauers Sicht: „Seit zehn Jahren können inzwischen mehr als 60 000 Göttinger Schul- und Kita-Kinder das Museum nicht mehr als Erlebnis- und Bildungsort kennenlernen.“

Sozialdezernentin nennt Vorwürfe irritierend

„Klar ist, dass Göttingen ein städtisches Museum braucht, das steht gar nicht zur Debatte“, sagt jetzt Göttingens Sozial- und Kulturdezernentin Petra Broistedt. In die Sanierung des jetzigen Standorts sei mit städtischen und Landesmitteln kräftig investiert worden, zuletzt etwa 3,7 Millionen Euro aus Zuschüssen des Umweltministeriums. Auch gehe die Finanzierung des Kunstquartiers nicht zu Lasten anderer Kultureinrichtungen. „Die Vorwürfe des Geschichtsvereins irritieren daher“, so Broistedt.

Nach ihren Angaben benötigt die Stadt für eine vollständige Sanierung des städtischen Museums etwa zwölf Millionen Euro. Zuletzt hatte die Verwaltung dafür Fördergelder bei der Bundesregierung beantragt, ein Bescheid steht laut Verwaltungssprecher Dominik Kimyon noch aus.

Auch bestreitet die Stadtverwaltung, der lange Stillstand bei der Sanierung könne zu Folgeschäden und einem erneuten Schädlingsbefall geführt haben. Derzeit gebe es keine Erkenntnisse über einen akut vorhandenen Schädlingsbefall, sagte Kimyon. Ihm zufolge hat die Verwaltung jüngst einen Gutachter beauftragt, der das Gebäude auf neue Probleme untersuchen soll. Zuletzt sei das 2009 und 2012 erfolgt.

SPD weist Kritik zurück

Auch die Göttinger SPD, die der Geschichtsverein in der Angelegenheit kritisiert hatte, wehrt sich gegen die Vorwürfe. Die rot-grüne Ratsmehrheit sichere das Museum seit Jahren mit Zuweisungen in Millionenhöhe ab, teilten die Sozialdemokraten mit. Auch stelle die Partei nicht die „unzweifelhaft zwingend erforderliche“ Sanierung des Gebäudes in Frage.

Allerdings bekräftigt die SPD auch ihre Forderung nach einem Umzug des Museums in ein anderes Gebäude, möglicherweise einen Neubau. Der jetzige Standort biete für eine moderne museale Konzeption zu wenig Platz, auch sei Barrierefreiheit nur mit großem Kostenaufwand erreichbar. Die SPD sehe die Zukunft des Stadtmuseums an einem anderen Standort, sagte deshalb der Ratsfraktionsvorsitzende Tom Wedrins.

Von Christoph Höland

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