Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Göttingen Die Stadt stinkt – oder nicht?
Die Region Göttingen Die Stadt stinkt – oder nicht?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:00 31.08.2018
Aus den Göttinger Gullys stinkt es, meinen Piraten und „Die Partei“. Quelle: 9672919
Göttingen

Den Grund für erhöhte Geruchsbelästigungen „in den tiefer gelegenen Bereichen der Stadt“ glaubt die Ratsgruppe schon ausgemacht zu haben: In immer mehr Haushalten werden Regenwasser und Schmutzwasser getrennt. Die Folge: Die Abwasserkanäle werden nicht mehr ausreichend mit Regenwasser durchspült, die Brühe steht und beginnt zu stinken, weil sich Fäulnisgase bildeten. Den Gestank hätten „viele Bürger“ der Stadt bemerkt. Bisher habe die Stadt „das Problem der zunehmenden Geruchsbelastung bislang nicht in den Griff bekommen“.

Die Stadtverwaltung weiß nichts von derart penetranten Geruchsbelästigungen. Im Betriebsausschuss Umweltdienste in dieser Woche teilte sie auf die Fragen der Ratsgruppe mit, ihr lägen „keine Erkenntnisse vor, dass es in Göttingen zu einer erhöhten Geruchsbelastung aus der Kanalisation kommt. Beschwerden über Gerüche aus dem Kanal sind eher selten und wenn, gibt es in der Regel eine konkrete Ursache“.

Reinigung mit Hochdruck

Um derartigen Entwicklungen in der Kanalisation vorzubeugen, werde das Abwassersystem mit Hochdruckspülfahrzeugen gereinigt. Dazu werde „nahezu ausschließlich“ Wasser aus Oberflächengewässern wie der Leine verwendet. Nur wenn es unvermeidbar sei, „wird Trinkwasser verwendet. Chemikalien werden für die Hochdruckreinigung nicht eingesetzt.“ Gereinigt werde jährlich, bei Bedarf auch öfter. Die Schmutzwasserkanäle seien jedoch „nach den einschlägigen Regeln der Technik“ so ausgelegt, „dass das eingeleitete Schmutzwasser zum Abtransport aller festen Bestandteile ausreicht“.

Theoretisch könne es im Abwassersystem einer Stadt zu einer erhöhten Geruchsbelastung kommen, wenn beispielsweise Fette in den Kanal eingeleitet werden oder es zu Verstopfungen wegen schadhafter Kanäle kommt. Diese Geruchsbelästigungen ließen sich jedoch „in der Regel immer“ durch eine Hochdruckreinigung sofort beheben.

Abfluss „besser steuerbar“

Im Gegensatz zur Vermutung von Piraten und „Partei“ trage die Trennkanalisation zur Vermeidung übler Gerüche bei, meint die Stadt: „Der Schmutzwasserkanal ist deutlich kleiner und ausschließlich auf die zu transportierende Schmutzwassermenge dimensioniert. Die Geschwindigkeit im Schmutzwasserkanal unterliegt nicht den Schwankungen wie beim Mischwasserkanal, wodurch die Aufenthaltszeit besser steuerbar ist und damit auch etwaige Geruchsbelastungen gering gehalten werden können.“ Generell aber gelte: „Abwasser ist grundsätzlich nicht geruchsneutral.“

Von Matthias Heinzel

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Der erste Göttinger Mutmacher-Gipfel soll ein Format sein, auf dem sich Menschen austauschen sollen – mit dem Ziel, ihren eigenen Lebensweg wieder stärker selbst zu gestalten.

31.08.2018

Noch gibt es keins, aber Göttingen soll eins bekommen: ein Jugendparlament. Jedenfalls wenn es nach fast allen Parteien im Rat der Stadt und deren Jugendorganisationen geht. Einzig die SPD spricht sich dagegen aus. Die Linke ist zurückhaltend.

31.08.2018
Göttingen Vorführung der Hundeführerstaffel - Sommerfest des Polizeipräsidenten in Göttingen

Zum zweiten Mal hat Göttingens Polizeipräsident Uwe Lührig am Donnerstagabend Journalisten zum Sommerfest geladen.

30.08.2018