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18:47 31.08.2017
Medikamente wie das Krebs- und Rheumamittel Methotrexat können unter besonderen Umständen zu schweren Vergiftungen führen. Quelle: dpa
Göttingen

Die Experten des Giftinformationszentrums-Nord (GIZ-Nord) in Göttingen wurden im vergangenen Jahr so häufig wie nie zuvor um Rat gefragt. 2016 gingen dort 38.623 Anfragen zu Vergiftungen ein, wie das Zentrum am Donnerstag mitteilte. Der 24-Stunden-Service wurde demnach zu 59 Prozent von Laien und zu 41 Prozent von medizinischem Fachpersonal genutzt. 2015 gab es 37.839, im Jahr davor 36.491 Anfragen.

Der am Donnerstag vorgestellte Jahresbericht listet detailliert die Vergiftungsursachen, die Altersgruppen der Betroffenen und die Schwere der Vergiftungen auf. Die größte Vergiftungsgefahr für Kinder ging demnach von chemischen Produkten, Arzneimitteln und Pflanzen aus. Bei Erwachsenen überwogen Vergiftungen mit Arzneimitteln.

Mit Sorge beobachtet das GIZ-Nord Vergiftungen mit dem Medikament Methotrexat. Dieses in der Krebs- und Rheumatherapie verwendete Medikament kann unter be-sonderen Umständen zu schweren Vergiftungen führen. Insbesondere in der Rheumatherapie wird die Behandlung mit einer Tablette pro Woche durchgeführt. Da dies eine sehr ungewöhnliche Therapie ist, kommt es immer wieder dazu, dass die Patienten die Tabletten jeden Tag, und nicht nur einmal pro Woche, einnehmen. Dies kann dann zu schweren Veränderungen des Knochenmarks und des Immunsystems führen. Das GIZ-Nord hat sich dieser Problematik angenommen und bereits die entsprechenden Arzneimittelüberwachungsbehörden informiert, erklärten Dr. Martin Ebbecke und Prof. Dr. Andreas Schaper, die seit dem Jahr 2015 das GIZ-Nord leiten.

Die hohe Zahl der Anfragen zeige, wie notwendig eine fachliche Beratung und der Notfallservice seien, sagten die Leiter der Einrichtung, Martin Ebbecke und Andreas Schaper. Die Resonanz belege zudem, wie gut das GIZ-Nord in der Bevölkerung und bei den Ärztinnen und Ärzten bekannt und akzeptiert sei. Das Zentrum ist eine gemeinsame Einrichtung der Bundesländer Hamburg, Bremen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein. Es besteht seit 1996 und ist an der Göttinger Universitätsmedizin angesiedelt. Seine Hauptaufgabe ist die Beratung im akuten Vergiftungsfall. Die Notfall-Hotline des Zentrums 0551/19240 ist rund um die Uhr zu erreichen.

Von Reimar Paul

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