Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Göttingen Gleichen: Projekt „Jung kauft Alt“ gescheitert
Die Region Göttingen Gleichen: Projekt „Jung kauft Alt“ gescheitert
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:19 30.03.2013
Bedrückender Leerstand: Alte Häuser in den Dörfern sind nur schwer zu verkaufen – auch in Ischenrode. Quelle: Pförtner
Anzeige
Gleichen

Aber daraus wird nichts: Nach langer Diskussion lehnten SPD und Grüne den Antrag im Rat mit klarer Mehrheit ab. Sie setzen auf andere Bereiche wie Kinderbetreuung und Mobilität, um die ländlichen Gleichen-Dörfer für junge Familien attraktiv zu machen. Der Vertreter der BsP enthielt sich.

Es bedrückt alle Politiker im Gemeinderat und auch auf Ortsebene: Jungen Bürger ziehen weg, wenig junge Familien siedeln sich in den Dörfern neu an. Gehen ältere Bürger in ein Altenheim oder sterben, bleiben ihre Häuser oft unbewohnt.

Vor diesem Hintergrund hatte der Rat bereits vor einiger Zeit beschlossen, keine Neubaugebiete mehr auszuweisen. Zunächst sollen freie Bauplätze verkauft, Baulücken geschlossen und alte, frei werdende Objekte vermarktet werden.

Letzteres wollte die CDU forcieren. Ihr Vorschlag: Die Gemeinde zahlt Verkäufern einen Zuschuss für ein Gutachten zum Zustand der Immobilie. Im Gegenzug darf die Gemeinde das Gutachten möglichen Interessenten zur Verfügung stellen. Die Häuser müssen mindestens 40 Jahre alt sein, der Zuschuss sollte maximal 500 Euro betragen.

Und darüber hinaus sollten Käufer mit Kindern noch ein Altbaukindergeld in Höhe von 500 Euro je Kind bekommen.

Nur knapp 30 leer stehende alte Häuser

Es gehe nicht nur um echte Leerstände, ergänzte Werner Wille (CDU) im Rat. Das Programm richte sich besonders an alte Menschen, die in ein Altenheim umziehen wollen, aber erst ihr Haus verkaufen müssen. „Wir sollten es wenigsten für ein Jahr versuchen“, so Wille. Damit könne sich Gleichen auch besonders gegenüber andere Gemeinden „herausstellen“, ergänzte Wolfgang Schöngraf (CDU).

Was alle Fraktionen überraschte: Bei einer Abfrage hatten die 16 Ortsbürgermeister kürzlich nur knapp 30 leer stehende alte Häuser gemeldet – viele hatten mit mehr gerechnet. SPD und Grüne bezweifeln außerdem, dass das Projekt „Jung kauf Alt“ zum gewünschten Ziel führe.

„Ein Kinderbonus dürfte kaum kaufentscheidend sein“, sagte für SPD Jörg Dietrich-Munzel.

Zudem bestehe die Gefahr, dass mit dem Förderprogramm die Immobilienpreise künstlich in die Höhe getrieben werden. Es müsse zwar tatsächlich noch mehr getan werden, um die Dörfer für junge Familien attraktiv zu machen, ergänzte Stefan Heinemann (Grüne).

Effektiver sei es dabei aber, die Kinderbetreuung, die öffentlichen Verkehrangebote und den Bereich Naherholung gezielt weiter zu entwickeln.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Drei-Flüsse-Stadt setzt ganz auf Doktor Eisenbart. Obwohl nur zufällig in Hann. Münden gestorben und in der Aegidienkirche begraben, wird der legendäre Wanderarzt als berühmtester Mündener vereinnahmt und künftig unübersehbar sein.

27.03.2013

Die Mauer entlang der Steintorstraße gegenüber des Gemeindezentrums ist marode. „Ein heißes Thema“, sagt Ortsbürgermeister Joachim Jöck (FWG). Denn eine Sanierung würde bis zu 20 000 Euro kosten. Viele Steine seien locker, einige sogar schon herausgefallen. Wenn nichts getan werde, drohe die Mauer umzustürzen.

30.03.2013

Eigentlich war sie für die Gladebecker weit weg. Aber „jetzt sind wir betroffen“, betonte der Gladebecker Ortsbürgermeister Michel Selke (FDP) schon bei der gemeinsamen Sitzung der Ortsräte von Gladebeck und Asche. Laut Raumordnungsverfahren sollte die 380-Kilovolt-Leitung östlich von Gladebeck verlaufen.

30.03.2013
Anzeige