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Göttingen Laute Bauarbeiten: Monsterzug im Recycling-Einsatz bei Göttingen
Die Region Göttingen Laute Bauarbeiten: Monsterzug im Recycling-Einsatz bei Göttingen
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00:19 12.11.2018
Die große Recyvlingmaschine im Einsatz im Bereich Weende. Quelle: R
Göttingen

Sie sind wieder da, die schrillen Warnsignale an den Gleisen der Bahn in Göttingen. Und mit ihnen ein gewaltiges Maschinenmonster, das Gleisschotter beim drüber fahren recycelt.

Es knirscht und quietscht ohrenbetäubend. Und gleißendes Scheinwerferlicht lässt das gelbe, langgezogene, eiserne Monster fast unwirklich erscheinen, während es sehr langsam über die Schienen kriecht - mitten in der Nacht. Sein Name ist so monströs wie seine Erscheinung: „PM 200-2 R Planumsverbesserungsmaschine mit integriertem Schotterrecycling“. 230 Meter lang, bestehend aus etlichen stählernen Abschnitten mit Greifern an der Unterseite und kilometerlangen Förderbändern.

400 Meter in 12 Stunden

Es gibt nur wenige solcher Maschinen in Europa – in der Nacht zu Dienstag war einer dieser Spezialzüge in Göttingen im Bereich Weende eingesetzt. Seine Funktion in einfachen Worten: Während er im Schneckentempo über die Gleise fährt, wird der alte Schotter aufgenommen, gemahlen und gewaschen, als fester Unterbau wieder zwischen und unter die Schienen gepackt und mit neuem Schotter überdeckt. Dabei schafft der Spezialzug 400 Meter in zwölf Stunden.

Hier sehen Sie die Maschine im Einsatz

Der Hintergrund: Die Deutsche Bahn Regio lässt in diesem Jahr im gesamten Abschnitt der Regionalbahn von Hannover über Hildesheim, Einbeck, Northeim und Göttingen Schienen und Gleise der Regionalbahnen erneuern (nicht die ICE-Strecke). Das Projekt zieht sich über viele Wochen hin. Die Gleisarbeiten im Kernbereich Göttingens hatten Ende August begonnen und sollen auf dem gesamten Abschnitt bis Hannover bis zum 8. Dezember andauern.

33 neue Weichen

In der Projektzeit werden nach weiteren Angaben der DB Regio Gleise sowie Leit- und Sicherungsanlagen auf einer Streckenlänge von 25 Kilometern erneuert – außerdem 33 Weichen. Die Strecke wird dafür immer wieder teilweise oder auch komplett gesperrt.

In Göttingen waren die Hauptarbeiten Ende September abgeschlossen. Allerdings werde es dann bis in den November hinein weiterhin „immer wieder tageweise zu lärmintensiven Arbeiten kommen“, hatte Bahnsprecher Egbert Meyer-Lovis im September bereits angekündigt. Jetzt gibt es von der Bahn konkretere Angaben: In Göttingen werden die Kernarbeiten mit Weichen- und Gleiserneuerung noch bis 15. November andauern. Dann wird es bis 24. November Restarbeiten geben.

Schrille Signalhörner für die Sicherheit

Das merken und hören seit gut einer Woche vor allem die Bovender und Bewohner der Göttinger Nordstadt: Immer wieder schallen laute Warnsignale von der Bahntrasse über die Stadt. Die lauten, schrillen Geräusche hatten schon Anfang September viele mächtig genervt und nachts um den Schlaf gebracht.

Laut und schrill: Mit sogenannten Rottewarnanlagen signalisiert die Bahn Arbeitern am Gleis, dass sich ein Zug nähert. Quelle: Christina Hinzmann

Ändern lässt sich das allerdings nicht. Die Signale – sogenannte Rottewarnanlagen mit Hochdruckhörnern – warnen Arbeiter an den Gleisen vor herannahenden Zügen. Sie seien von den Unfallkassen ausdrücklich gefordert und alternativlos, hatte ein Bahnsprecher erklärt und ergänzt: „Wir wissen, dass das nerven kann, aber es geht nicht anders“ – die Sicherheit der Arbeiter habe oberste Priorität.

20 Arbeiter

Das gilt auch für die etwa 20 Arbeiter, die die Schotter-Recycling-Maschine bedienen. Die ist in Göttingen durch, wird aber in der kommenden Woche noch einmal in Einbeck-Salzderhelden im Einsatz sein, sagte am Mittwoch eine Bahnsprecherin.

Von Ulrich Schubert

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