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Göttingen Zu Fuß nach Italien
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17:39 08.01.2017
Symbolbild Quelle: Hinzmann
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Göttingen

Kurz nach 9 Uhr ging demnach die Warnmeldung "Personen im Gleis" am Sonntag bei der Bundespolizei ein. Die ICE-Strecke zwischen Göttingen Hauptbahnhof und Siekhöhe musste in beiden Richtungen gesperrt werden, wie ein Sprecher der Bahn auf Anfrage bestätigte. Beamte der Bundespolizei entdeckten die 32-Jährige auf Höhe des Göttinger Stadtfriedhofs auf den Gleisen der Hochgeschwindigkeitsstrecke. Sie war aufgebracht und widersetzte sich den Beamten. "Die junge Frau war völlig überfordert", erklärte Martin Ackert, Sprecher der zuständigen Bundespolizeiinspektion Hannover.

Die Frau wurde anschließend in Schutzgewahrsam genommen. Nachdem sie sich beruhigt hatte, erklärte sie den Beamten, dass sie von Berlin nach Italien hatte fahren wollen, so die Bundespolizei. Ihr Auto habe sie aber wegen eines Schadens bereits in der Nähe von Leipzig stehen lassen müssen. Wie sie von dort nach Göttingen kam, blieb auch nach ihren Ausführungen unklar. Da die Frau weder Deutsch noch Englisch gesprochen habe, hätten sich auf der Wache leichte Verständigungsprobleme ergeben, so Ackert. "Es war aber letztlich für uns auch nicht so wichtig", da nicht gegen die Frau ermittelt werden sollte und auch nichts gegen sie vorgelegen habe, sagte der Polizeisprecher.

Die Frau habe kein Geld und kein Handy bei sich gehabt und sei mit der Lage offensichtlich überfordert gewesen. So habe sie sich zu Fuß auf den Weg nach Italien machen wollen. Die Beamten besorgten der hilflosen Frau zunächst ein Essen bei der Bahnhofsmission und für die Nacht ein Bett bei der Heilsarmee in Göttingen.

Die 32-Jährige rief noch von der Wache aus in Italien an und orderte Geld für die reguläre Weiterreise, die sie mit dem Zug antreten wird. Eine Strafe hat die Frau nach dem nicht ganz alltäglichen Ausflug nicht zu erwarten. "Wir werten das als Hilfeleistung", sagte Ackert. "Es ist ja zum Glück nichts passiert."

Um 9.29 Uhr wurde die ICE-Strecke wieder freigegeben.

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