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Göttingen "Bitter nötig"
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20:09 09.08.2016
Hubert Breiden bei der Eröffnung von "Berufsverbote- "Vergessene" Geschichte, Politische Verfolgung in der Bundesrepublik Deutschland". Quelle: Theodoro da Silva
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Göttingen

Die von Betroffenen erarbeitete Ausstellung dreht sich um den 1972 in der Bundesrepublik verabschiedeten Radikalenerlass. Er sollte damals Mitglieder der Deutschen Kommunistischen Partei und anderer sozialistischer Organisationen aus dem Öffentlichen Dienst fernhalten. Als Folge wurden nach Angaben der Ausstellungsmacher rund 3,5 Millionen Menschen politisch überprüft. Mehr als 10 000 Berufsverbotsverfahren seien eingeleitet, etwa 2 250 Bewerber nicht eingestellt und 256 Beamte entlassen worden.

Die „staatlich organisierte Gesinnungsschnüffelei“ von damals liege heute schon vielfach außerhalb des Vorstellungsbereichs, meinte Köhler. Das Wissen um diesen Teil bundesdeutscher Geschichte sei nicht mehr allgemein präsent. Köhler bezog klar Position: „Es war falsch, wie der Staat damals mit seinen Bediensteten umgegangen ist.“ Was dem Schutz der Demokratie dienen sollte, habe der demokratischen Kultur und vielen Menschen geschadet.

Erst Ende der 1980er wieder abgeschafft

Einer der Ausstellungsmacher, Bernd Lowin, war 15 Jahre lang vom Berufsverbot betroffen, ehe er doch noch in den Schuldienst konnte und schließlich als didaktischer Leiter an der Geschwister-Scholl-Gesamtschule in Göttingen wirkte. Für ihn ist die 20 Schautafeln umfassende Ausstellung erst ein Anfang der Aufarbeitung. „Es gibt noch viele offene Fragen“, sagte er zur Eröffnung. Wer damals in die Mühlen der staatlichen Anhörungskommissionen geraten sei, habe sich hilflos in einer sehr angespannten Situation wiedergefunden.

Erst Ende der 1980er-Jahre schafften zunächst sozialdemokratisch geführte Landesregierungen die entsprechenden Erlasse in ihren Ländern ab. Außer Lowin waren mit Cornelia Booß-Ziegling, Hubert Brieden und Matthias Wietzer drei weitere Ausstellungsmacher zur Eröffnung gekommen.

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