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Göttingen Am Anfang einer Zeitenwende
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22:05 03.05.2017
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Göttingen

Die Grünen-Fraktionen aus Stadt und Landkreis wollten bewusst gemeinsam mit Experten und interessierten Bürgern über diese Themen sprechen. Denn „Mobilität endet nicht an der Stadtgrenze, sondern muss gemeinsam gemanagt werden“, betonte Andrea Obergöker (Grüne) in der Einführung. Mobilitätsplaner Martin Röhrleef (Üstra) und Peter Bischoff (SHP-Ingeneure) umrissen mit Vorträgen die Themenfelder des Abends: Öffentlicher Personennahverkehr, e-mobile Citylogistik und Radwege.

Röhrleef gab den Visionär: „Wir stehen am Anfang einer Zeitenwende“, sagte er. Die Rolle des Autos werde sich verändern. Aufgabe sei es jetzt, Alternativen zu entwickeln und attraktiv zu machen. Bei den jetzigen Mobilitätsdienstleistungen gebe es neben dem „großen Baum ÖPNV“ bereits viele kleine Pflänzchen wie beispielsweise Carsharing-Modelle oder Shuttle-Lösungen.

Über die Innovation der autonomen Fahrzeuge könnten künftig viele Möglichkeiten hinzukommen. Diese zu vernetzen und dem Menschen komfortabel zur Verfügung zu stellen, sei Aufgabe der Planer. „Wir alle sind mit dem eigenen Auto als Selbstverständlichkeit aufgewachsen. Das wird sich schon in zehn bis zwanzig Jahren ändern“, prognostizierte Röhrleff. Vielleicht noch nicht auf dem Land, aber in einer Stadt wie Göttingen könne er sich das gut vorstellen. Den Skeptikern im Publikum schob er ein Zitat von Kaiser Wilhelm hinterher: „Das Automobil wird sich niemals durchsetzen. Ich setze auf das Pferd.“

Bischoff stellte bereits umgesetzte Möglichkeiten der Citylogistik vor. Mit der Idee, Fahrräder und Pedelecs für den Warentransport vom Güterverkehrszentrum in die Innenstadt einzusetzen, traf er den Nerv der anwesenden Göttinger Politiker. Auch die Tatsache, dass er den Göttinger Fahrradschnellweg bundesweit bei Vorträgen als positives Beispiel anführt, erfreute das Publikum am Mittwochabend. Allerdings gebe es den Mobilitätswandel nicht zum Nulltarif, ergänzte Bischoff. Eine Kommune in der Größe von Göttingen müsse beispielweise etwa 2,4 Millionen Euro jährlich in den Radverkehr investieren.

Das Thema Geld zog sich dann auch wie ein roter Faden durch den Abend: Weder eine Vereinheitlichung und Senkung der regionalen ÖPNV-Tarife noch den Ausbau von Schnellbus-Linien oder die Entwicklung eines Konzepts für Citylogistik werde es geben, ohne das jemand die Rechnung bezahlt, betonten die Experten der Runde.

„Eine Sache gibt es aber doch völlig kostenlos“, sagte Kreisrätin Christel Wemheuer schließlich in Richtung von Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler. Und das sei eine gemeinsame Nahverkehrsplanung von Stadt und Landkreis. Eine Idee ganz im Sinne des Abends.

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