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Göttingen Schließung gefordert
Die Region Göttingen Schließung gefordert
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18:37 27.04.2017
Grüne und die Piraten-Partei-Ratsgruppe wollen Dienstleistungen aus der Unterkunft Siekhöhe an den Nonnenstieg verlagern Quelle: Archiv
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Göttingen

„Wir begrüßen es, dass die Stadt Notunterkünfte schließen will und bemüht ist, so viele Geflüchtete wie möglich auf dem regulären Wohnungsmarkt unterzubringen. Allerdings kann uns keine der von der Stadt vorgestellten Varianten überzeugen“, teilt der Stadtverband der Grünen mit.

Stattdessen  könnten die auf der Siekhöhe angesiedelten „gut laufende Vermittlung in den regulären Wohnungsmarkt und die gute Gesundheitsversorgung auf die weiter bestehenden Unterkünfte“, etwa das IWF, übertragen werden. „Wir haben den Eindruck, dass die Verwaltung eine Option mit Schließung der Unterkunft auf der Siekhöhe nicht sorgfältig genug geprüft hat.

Mit einer solchen dritten Alternative könnten die positiven Aspekte der Unterkunft auf der Siekhöhe mit den Vorteilen der kleineren Unterkünfte in der Stadt kombiniert und trotzdem viel Geld gespart werden“, so die Grünen. Mit der Siekhöhe halte die Verwaltung an der Notunterkunft fest, „die den Geflüchteten am wenigsten Selbstbestimmung und Privatsphäre gewährt. Dass für die Unterkunft auf der Siekhöhe möglicherweise keine Anschlussverwendung zur Verfügung steht, darf nicht über das Schicksal der dort untergebrachten Menschen entscheiden.“

Auch die Piraten-und-Partei-Ratsgruppe spricht sich dafür aus, die gegenwärtig auf der Siekhöhe vom DRK erbrachten medizinischen Dienstleistungen wie die Quarantänestation in das IWF zu verlagern. „Gute räumliche Voraussetzungen“ seien dort gegeben, heißt es in einer Mitteilung der Gruppe. Das Engagement der freiwilligen Helfer dort sei von Anfang an in einer lebendigen Bürgerinitiative organisiert gewesen.

Für eine Schließung gebe es keinen nachvollziehbaren Grund. „Wer in der Siekhöhe monatelang unter diesen Bedingungen leben muss, wird sich in Deutschland kaum willkommen fühlen“, heißt es weiter. Die Ratsgruppe empfiehlt, die Erstaufnahmeeinrichtung in eine Unterkunft der Kernstadt zu verlegen.

Auf Vorschlag der Verwaltung sollen die Einrichtungen an der Gustav-Bielefeld-Straße 8a, an der Großen Breite 10, in der ehemaligen Voigtschule an der Bürgerstraße und im ehemaligen IWF-Gebäude mit zusammen 424 Plätzen geschlossen werden. Mit der Schließung dieser Unterkünfte könnten bis zu 140 000 Euro pro Monat eingespart werden.

Dem stehen monatliche Einsparungen in Höhe 145 000 Euro gegenüber, wenn die Stadt in einer zweiten Variante die vom DRK betriebene Unterkunft auf der Siekhöhe ab November schließen würde. Allerdings nur, wenn das Gebäude anderweitig genutzt werden kann. Das sieht Sozialdezernentin Petra Broistedt allerdings nicht. Als Argument für die Siekhöhe hatte Broistedt angeführt, dass es die einzige Einrichtung mit Verpflegung, medizinischer Versorgung und Quarantänestation sei. Diese würden dringend benötigt. afu/mib

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