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Die Region Göttingen Göttingen: Kater Findus’ Tod bleibt unverfolgt
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00:18 13.05.2013
Nur ein Foto als Erinnerung bleibt von Kater Findus. Quelle: Gückel
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Göttingen

Doch hält die Ermittlungsbehörde diesen Vorwurf nicht für beweisbar. Der Kater sei versehentlich getötet worden, hat der Hauptverdächtige angegeben.

Zeugen hatten beobachtet, wie die beiden Forststudenten am Abend des 28. November 2011 die Katze der Studentin Tabea Keil in einer Wohnanlage in Weende ergriffen und das schreiende Tier in ihre Wohnung brachten. Dort habe es Hundegebell gegeben, das Tier habe aufgekreischt, und am nächsten Morgen habe sich eine Blutlache auf dem Balkon befunden. Die junge Frau hatte Strafanzeige erstattet.

Nach einem Bericht im Tageblatt und Vernehmungen durch die Polizei hatte einer der Forststudenten sich bei Keil entschuldigt und angeboten, eine Spende für ein Tierheim zu zahlen.

Seine Darstellung: Er sei in jener Nacht von einer Feier gekommen, habe die Katze entdeckt und sei auf die Idee gekommen, sie seinem Mitbewohner in die Wohnung zu setzen, um ihn zu erschrecken. Als er die Tür der Wohngemeinschaft geöffnet habe, hätte überraschend einer seiner Jagdterrier vor ihm gestanden, der eigentlich hätte im Zimmer eingeschlossen sein müssen.

Der Kater habe sich durch das Gebell erschreckt, habe „gebissen oder gekratzt“ und er habe ihn fallen lassen, worauf der Hund sich auf ihn stürzte. Den Katzenkadaver will er mit in seine westdeutsche Heimat genommen und ihn dort begraben haben.

Die Geschichte vom schiefgegangenen „Streich“ hält die Ermittlungsbehörde für nicht widerlegbar. Tabea Keil hingegen glaubt sie nicht. Sie hat über ihren Anwalt Beschwerde eingelegt. Während die Staatsanwaltschaft eine „vorsätzliche Unterschlagung“ des Katers, die „Sachbeschädigung“ an der Sache Haustier sowie einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz nicht für beweisbar hält, glaubt Keil belegen zu können, dass der Forststudent wusste, dass sein Hund frei in der Wohnung läuft. Sie habe auch einen Zeugen, der dies aussagen könne.

Die Sache wird juristisch spannend, weil Keils Anwalt Konstantin Leondarakis eine Zivilklage auf Schadensersatz und Schmerzensgeld anstrengt. Der auf Tierschutzverfahren spezialisierte Jurist glaubt, dass der Tod eines geliebten Haustiers durchaus als erlittener Schmerz anerkannt werden müsse. Allerdings wäre es ein Novum, wenn ein Gericht einer solchen Klage stattgeben würde. Für den Fall, dass sie eine Zahlung erstreiten könne, so kündigte die Studentin an, wolle sie das Geld einem Katzenhaus spenden.

Tiere keine Sache, aber wie Sache

Tiere sind nach deutschem Recht keine Sache, sondern seit 1990 nach Paragraf 90a Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) ein „Mitgeschöpf“, das allerdings rechtlich wie eine Sache zu behandeln ist.

Folglich können Pferd, Hund oder Katze wie eine Sache Gegenstand eines Kaufvertrages werden. Strafrechtlich bedeutet dies: Wer eine Katze entführt, begeht Unterschlagung (Paragraf 246 Strafgesetzbuch).

Wer sie verletzt oder tötet, ist für Sachbeschädigung (Paragraf 303) verantwortlich. Und wer ein Tier quält, ist eines Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz (Paragraf 17) schuldig.

Allerdings müsste er dem Tier schon vorsätzlich „erhebliche Schmerzen“ oder „erhebliche Leiden“ zufügen. Ein Nackengriff, um ein Tier zu transportieren, reicht dafür nicht.

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