Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Göttingen Stadthallensanierung nimmt Hürde
Die Region Göttingen Stadthallensanierung nimmt Hürde
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:34 04.05.2017
Quelle: Hinzmann
Anzeige
Göttingen

Mitte kommenden Jahres soll die Sanierung beginnen. Die Dauer der Bauarbeiten und damit der Schließung der Stadthalle schätzt die Verwaltung auf knapp zwei Jahre. Auf eine zeitweise diskutierte Erweiterung der Halle wird verzichtet. Auch einen Neubau als Ersatz für das bestehende Gebäude lehnt die Stadt ab, weil es mit 40 bis 45 Millionen Euro zu teuer wäre.

In ihrer gemeinsamen Sitzung am Donnerstagabend sprach sich nur die SPD vorbehaltlos für den Vorschlag der Stadtverwaltung aus. Die Grünen favorisierten eine Totalsanierung ebenfalls, allerdings nur unter Vorbehalt. Sie fordern eine „logistische Umfeldplanung“, bei der Lösungen bei Defiziten wie dem Parkplatzangebot oder den Zu- und Abfahrten gefunden werden müssten. Die Verwaltung müsse einen Rahmenplan vorlegen und beispielsweise ausloten, ob Investoren für den Bau einer Tiefgarage unter dem Albaniplatz gewonnen werden könnten. Ohne entsprechende konkrete Vorschläge der Stadtverwaltung werde die Grünen-Fraktion in der abschließenden Abstimmung im Stadtrat über die Bereitstellung der Finanzmittel gegen den Sanierungsplan stimmen. In der kommenden Sitzung, wo es um die Grundsatzentscheidung zur Totalsanierung geht, wollen die Grünen auch ohne Masterplan für den Vorschlag der Verwaltung stimmen.

Die CDU lehne eine Sanierung der Stadthalle zwar nicht grundsätzlich ab, stimme aber dennoch gegen die städtischen Pläne, erläuterte Carina Hermann die Ablehnung ihrer Fraktion. Viele Alternativen, darunter vor allem die Möglichkeit eines Neubaus, seien überhaupt nicht ernsthaft geprüft worden. So sei in Troisdorf eine neue Stadthalle für gerade einmal 17 Millionen Euro errichtet worden. Und die entspreche modernen Standards, die mit einer Sanierung der Göttinger Halle nicht erreicht werden könnten. Felicitas Oldenburg (FDP) schloss sich der Kritik der CDU an und forderte eine externe Bauüberwachung des Projekts.

Für die SPD erklärte Tom Wedrins, der Entscheidung der Stadt liege ein umfangreiches Gutachten zugrunde, das Vorhaben sei ausführlich und sorgfältig vorbereitet. Stadtbaurat Thomas Dienberg betonte, die von der CDU angeführte Stadthalle in Troisdorf biete nur Platz für 600 Personen und sei damit für Göttinger Verhältnisse viel zu klein. Ein realistisch kalkulierter Neubau koste mindestens 40 Millionen Euro. Die Folge: Die dann notwendigen Etatkürzungen könnten die freiwilligen Ausgaben und damit das Göttinger Kulturleben gefährden. Dienberg stellte zudem in Aussicht, durch die temporäre Schließung der Stadthalle entstehende Defizite bei GWG, GSO und Händel-Festspielen auszugleichen.

In den Abstimmungen der beiden Ausschüsse setzten sich SPD, Grüne, Linke und Piraten/Die Partei gegen CDU und FDP durch. Am Freitag, 12. Mai, entscheidet der Stadtrat (Ratssaal des Neuen Rathauses, 16 Uhr).

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Anzeige