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Göttingen Flüchtlingsunterkünfte sollen schließen
Die Region Göttingen Flüchtlingsunterkünfte sollen schließen
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00:17 27.04.2017
Die Unterkunft an der Siekhöhe soll nach den Wünschen der Stadtverwaltung erhalten bleiben (Archivbild) Quelle: Archiv
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Göttingen

Das geht aus einem Vorschlag der Verwaltung hervor, den Sozialdezernentin Petra Broistedt den Fraktionen im Rat und ehrenamtlichen Flüchtlingshelfer vorgestellt hat. Bei der von Broistedt favorisierten Variante sollen die Einrichtungen in der Gustav-Bielefeld-Straße 8a, in der Großen Breite 10, in der ehemaligen Voigtschule und im ehemaligen IWF-Gebäude mit zusammen 424 Plätzen geschlossen werden.

Schon Mitte des Jahres könnte, so Broistedts Ausführungen, die Unterkunft an der Gustav-Bielefeld-Straße geschlossen werden. Die in der ehemaligen Voigtschule bis Anfang 2018. Ende August 2018 läuft der Miet- und Betreibervertrag für das ehemalige IWF-Gebäude aus. So schnell wie möglich soll die ohnehin derzeit leerstehende Unterkunft an der Großen Breite aufgegeben werden. Nach dieser Schließungsvariante könnten ab Januar 2018 monatlich 58000 Euro eingespart werden, ab dem 1. September dann 140000 Euro pro Monat. 

Ein zweite Variante sieht die Schließung der von Flüchtlingshelfer seit ihrer Eröffnung kritisierten Unterkunft am Groner Anna-Vandenhoeck-Ring auf der Siekhöhe vor. Allerdings überwiegen hier für die Verwaltung die Vorteile der Einrichtung: etwa der bauliche Zustand und Ausstattung. Zudem sei es die einzige Einrichtung mit Verpflegung, medizinischer Versorgung und Quarantänestation. Der Mietvertrag läuft noch bis Januar 2021. Bei jetziger Schließung sei eine Nachnutzungsmöglichkeit aber nicht in Sicht. Negativ sieht die Verwaltung die hohen Kosten und die abgelegene Lage.

Ehrenamtliche Flüchtlingshelfer kritisieren das Festhalten der Verwaltung an der der Einrichtung im Anna-Vandenhoeck-Ring. Sie fordern in einer gemeinsamen Stellungnahme die sofortige Schließung der Einrichtung. Der Betrieb der Siekhöhe sei "keineswegs alternativlos". Die "Notunterkünfte" Siekhöhe und Gustav-Bielefeld-Straße, in denen zusammen 186 Personen untergebracht sind, könnten sofort geschlossen werden. In den übrigen Göttinger Unterkünften seien "genügend" Plätze frei. 

Broistedt betont, dass es bei der Schließung von anderen Einrichtungen "grundsätzlich" keine Umzüge in den Anna-Vandenhoeck-Ring geben soll. Auch Umzüge "gegen den Willen der Betroffenen" werde es nicht geben.

Derzeit gibt es in den zwölf Flüchtlingsunterkünften der Stadt 1372 Plätze für geflüchtete Menschen, frei sind davon aktuell 536. Die Stadtverwaltung geht davon aus, dass bis zum Ende des Jahres 792 Plätze nicht belegt sind. Sie rechnet zudem damit, in diesem Jahr insgesamt 540 neue Flüchtlinge aufzunehmen. 

Der Verwaltungsvorschlag zur Schließung von Flüchtlingsunterkünften soll nach Broistedts Auskunft nun am 9. Mai in der Sitzung des Sozialausschusses des Rates der Stadt Göttingen diskutiert werden.

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