Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Göttingen Göttingen beim Pilgern neu entdecken
Die Region Göttingen Göttingen beim Pilgern neu entdecken
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:16 31.10.2017
Auf dem Stadtpilgerweg: Amélie zu Dohna gibt den Pilgern einen Impuls für den weiteren Weg. Quelle: Arne Bänsch
Anzeige
Göttingen

Der Göttinger Stadtpilgerweg hat eine Länge von drei Kilometern. Nach Angaben der beiden Autorinnen werden für diese und die sieben Stationen etwa zwei Stunden benötigt. Die Stationen sind: Marienkirche, Beginn und Ende, Paulinerkirche, Wall mit Blick in den Botanischen Garten, St. Albani-Kirche, Figurenspielplatz, St. Michael, und Altes Rathaus. Die Idee zum Pilgerweg sei entstanden, weil es bereits in anderen Städten Stadtpilgerwege gebe und es ein passendes Thema für das Reformationsjahr gewesen sei. Scheller und zu Dohna haben den Weg im Auftrag des Kirchenkreises erarbeitet.

Auf dem Pilgerweg Quelle: Arne Bänsch

Die erste Führung auf dem Stadtpilgerweg begann an der Johanniskirche, in der zuvor der zentrale Festgottesdienst zum Reformationsjubiläum gefeiert wurde. „Der Stadtpilgerweg hat keine Beschilderung, sondern steht in einem Heft, mit dem man ihn dann auch alleine abgehen kann“, erklärte zu Dohna. Pilgerwege in einer Stadt seien zudem immer eine besondere Herausforderung, da die Pilger auf der Suche nach Besinnung keine Unterstützung zum Beispiel durch eine ruhige Natur bekämen, sondern das Alltagstreiben um sie herum weitergehe. „Allerdings haben Sie beim Pilgern die Gelegenheit, ihre Umgebung neu kennenzulernen“,sagte zu Dohna zu den etwa 30 Teilnehmern. Den Pilgersegen und den Impuls für die ersten Station sprach sie an der Johanniskirche, denn während der Eröffnung wurden nicht alle sieben Stationen besucht.

Reformation erst 1529 in Göttingen

Außerdem erfuhren die Teilnehmer hier auch, dass die Reformation in Göttingen erst 1529 stattgefunden habe. Von St. Johannis bis zur zweiten Station, der Paulinerkirche, hatten die Teilnehmer die Aufgabe, über die Frage nachzudenken wogegen sie gern protestieren würden.

Auf dem Pilgerweg. Quelle: Arne Bänsch

Hier an der Paulinerkirche soll der erste evangelische Gottesdienst in Göttingen gewesen sein“, sagte zu Dohna. Zudem zeigte sie auf, dass im Glauben nicht das Wissen entscheidend sei. Die Frage zum Nachdenken für den Weg bis zur Albanikirche lautete: „Welche Worte oder Sätze aus der Bibel beeinflussen mein Leben.“ Darüber konnten die Teilnehmer auch untereinander sprechen und den anderen erklären, warum bestimmte Worte für sie wichtig sind.

Einblick in die Göttinger Reformationsgeschichte

An der Albanikirche gab zu Dohna einen Einblick in die Göttinger Reformationsgeschichte und ging auf die politischen und kirchlichen Neuerungen ein, die am 18. November 1529 beschlossen wurden, ein.

Auf dem Figurenspielplatz im Cheltenham-Park zeigte sich, dass die Teilnehmer diesen Ort während des Stadtpilgerweges bewusster wahrnahmen. Denn den meisten war bei den vorherigen Besuchen nicht aufgefallen, dass die dortigen Tierfiguren unfertig sind. „Der Stadtpilgerweg gibt einem die Gelegenheit, seine Stadt neu kennenzulernen. Denn man entdeckt hierbei an vielen Stellen Dinge, die man bisher nicht gesehen hat“, sagte ein Teilnehmer. Der Stadtpilgerweg führte die Pilger dann vom Figurenspielplatz zur Kirche St. Michael. „Obwohl die Reformation mit vielen kriegerischen Auseinandersetzungen verbunden war, verlief sie in Göttingen ruhig, denn der Rat und die Bürgerschaft entscheiden sich gemeinsam dafür evangelisch zu werden“, sagte zu Dohna. Am Alten Rathaus lautete der Impuls: „Für welche Überzeugungen stehe ich ein?“.

Von Vera Wölk

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Der Satz "Die Geister, die ich rief..." steht im Mittelpunkt einer Diskussion am Sprachlehrzentrum. In St. Johannis wird ein Film über den Holocaust gezeigt. In der Museumslandschaft Hessen Kassel ist eine besondere Leihgabe zu sehen. Unsere Tipps für Mittwoch, 1. November.

31.10.2017

Wie kann sich die Landespolitik an den 2015 von den Vereinten Nationen verabschiedeten 17 Nachhaltigkeitszielen orientieren und globalen Herausforderungen begegnen? Diese Frage soll bei einer Podiumsdiskussion im Deutschen Theater am Donnerstag, 2. November, erörtert werden

31.10.2017

500 Jahre nach Veröffentlichung seiner Thesen hat der Reformator Martin Luther am Dienstag für einen Massenandrang in der Göttinger Innenstadt gesorgt. Da die Zahl der wartenden Gläubigen die Kapazitäten der St. Johanniskirche deutlich überstieg, wurde kurzerhand ein zweiter Festgottesdienst organisiert.

31.10.2017
Anzeige