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Göttingen Göttingen gedenkt der Pogromnacht 1938
Die Region Göttingen Göttingen gedenkt der Pogromnacht 1938
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21:27 09.11.2015
Quelle: Hinzmann
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Göttingen

Unter dem Titel "Verdrängt, verfolgt, vergessen" stand die Erinnerung an die Pogromnacht am 9. November 1938, in der auch in Göttingen die Synagoge brannte. Göttingens Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD) sprach in seiner Rede von einem "Schanddatum", das sich nicht wiederholen dürfe. Ein Schlussstrich für die Erinnerung daran dürfe nicht gezogen werden. Besonders heute gelte es wieder, wachsam zu sein. Anzeichen für Rassismus und Faschismus müssten ernst genommen werden, mahnte Köhler. "In Göttingen gibt es keinen Platz für Rassisten", sagte er und erinnerte daran, dass heute Hunderttausende auf der Flucht seien.

 

Die Geschichte des inzwischen abgerissenen, so genannten Judenhauses und dessen Bewohner zeichneten Studierende der Universität nach, die sich unter Leitung von Historiker Prof. Dirk Schumann mit dem Thema beschäftigt hatten. Ab 1934 war das Haus ein Zentrum des kulturellen und sozialen Lebens der Jüdischen Gemeinde, während des Nationalsozialismus eine Zwangswohnstätte für ältere Göttinger Juden, von denen die meisten deportiert und in Konzentrationslagern ermordet wurden. Einige sind verschollen. Nur wenige kehrten nach 1945 zurück nach Göttingen. Heute befindet sich an der Stelle des Hauses ein Parkplatz der Universität. Die Studierenden forderten, dort künftig an das Haus und seine Bewohner zu erinnern.

 

Das Klezmerprojekt Klezpo unter Leitung von Wieland Ulrichs spielte jüdische Musik. Michael Shelliem und Jacqueline Jürgenliemk sprachen das Totengebet zum Abschluss der Gedenkstunde.

 

Solidarität kam von den Besetzern des ehemaligen DGB-Hauses. "In Gedenken an die Opfer der Shoa" stand auf einem Transparent. An der Gedenkstunde nahmen in diesem Jahr deutlich mehr Menschen teil als in den Vorjahren.

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