Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Göttingen Göttingen setzt auf Hybridbusse
Die Region Göttingen Göttingen setzt auf Hybridbusse
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:40 15.04.2018
Mit Probefahrten und einem kleinen Fest auf dem Markt haben die Göttinger Verkehrsbetriebe ihre ersten Hybridbusse vorgestellt. Quelle: Ulrich Schubert
Göttingen

Auf dem Markt haben die Göttinger Verkehrsbetriebe (GöVB) eines ihrer drei neuen Flaggschiffe in der Stadtbusflotte präsentiert – mit vielen Infos auch zur Technik. In einem zweiten konnten die Besucher bei Sonderfahrten durch die Innenstadt und zur Ladestation selber hören und fühlen, wie die zum Teil mit Strom betriebenen Busse über die Straße rollen.

„Einfach wunderbar“, sagt Peter Kramer nach seiner Runde in dem Volvo-Plug-in-Hybridbus. „Vor allem so leise“, fügt der passionierte Bus-Nutzer mit Monatskarte an. Und genau das fällt den meisten Interessierten als Erstes auf: Fährt der Bus mit Strom, ist der Motor nicht zu hören. „Er surrt nur leise - wie eine U-Bahn“, stellt Studentin Martina Zorge fest.

Mit Probefahrten und einem kleinen Fest auf dem Markt haben die Göttinger Verkehrsbetriebe ihre ersten Hybridbusse vorgestellt.

Ab diesem Montag (16. April) setzen die GöVB ihre drei ersten Hybridbusse auf den Linien 41 und 42 ein. Die Routen sind bewusst gewählt, erklärt ihr Geschäftsführer Michael Neugebauer. Ihr Start- und Endpunkt liegt in der Nähe des Betriebsgeländes in Grone. Dort gibt es die bisher einzige Ladestation für die Busse. Nach jeder Tour durch die Stadt werden die Batterien dort aufgeladen - in etwa sechs Minuten.

Das ist schnell, die Reichweite der Batterien hingegen kurz. Und das ist das Zweite, dass vielen interessierten Buskunden auffällt - allerdings negativ. Die Hybridbusse können mit einer Stromladung nur etwa sieben Kilometer weit fahren, dann schaltet der Motor auf Dieselantrieb um, bis wieder aufgeladen wird.

Diese Reichweite setzen die GöVB allerdings geschickt ein: Nur in der Innenstadt, am Klinikum und am Bahnhof schaltet der Motor auf Elektrobetrieb um – und das automatisch.

Im Video erklärt Lothar Mecke...,

...wie es sich in einem Hybridbus fährt:

„Das spürt man kaum, aber es wird auf einmal so leise“, hat Busfahrer Stefan Paine festgestellt. Ungewohnt sei es trotzdem, die neuen Busse zu fahren. Wenn der Wagen nur rollt, können und sollen die Fahrer ein wenig auf die Bremse drücken ohne zu bremsen. Dabei werden die Batterien wieder ein wenig aufgeladen, erklärt Carsten Gröbitz von der Volvo Busse Deutschland GmbH die sogenannte Rekuparation.

Das versöhnt so manchen zunächst enttäuschen Kunden mit der geringen Strom-Reichweite. Aber mehr als die sieben Kilometer seien zurzeit nicht drin, erklärt Neugebauer. Um weitere Strecken mit Strom zu fahren, müssten in Göttingen erst weitere Ladestationen eingerichtet werden - und das sei teuer.

Einstieg in einen nachhaltige umweltschonenden ÖPNV

Die Stadt und ihre Verkehrsbetriebe sehen die ersten Hybridfahrzeuge mit kombiniertem Strom- und Dieselantrieb als einen Einstieg in einen nachhaltige umweltschonenden ÖPNV, hatte Göttingens Oberbürgermeister und Aufsichtsratsvorsitzender der GöVB, Rolf-Georg Köhler (SPD), zu Beginn der Präsentation erklärt.

Gegen Jahresende sollen drei weitere Hybridbusse geliefert und eingesetzt, erklärte Neugebauer weiter. Ziel sei es, etwa ab 2019 oder 2010 die ersten Fahrzeuge mit größeren Akkus unter Vollstrom auf Linie zu schicken - wenn bis dahin auch weitere Ladestationen finanziert sind.

435 000 Euro pro Bus

Für die ersten drei Busse haben die GöVB jeweils 435 000 Euro bezahlt. Für jedes Fahrzeug hat das Land Niedersachsen allerdings 138 000 Euro Zuschuss gezahlt, ergänzt Neugebauer.

Für die neue, „saubere“ Antriebstechnik werben die GöVB mit dem Slogan: „Auf der blauen Linie wird’s grün“. Das zeigt sich auch an und in den Wagen selbst. Grüne Blätter an den Flanken überranken an den Seiten das typische GöVB-blau, auch die Sitzpolster sind grün. „Schick“, sagt Bärbel Dreger bei ihrem Rundgang durch den neuen Bus. “Das gefällt mir gut“, fügt die Göttingerin an und meint damit vor allem das gesamte Hybridkonzept.

Fahrer für Bürgerbus gesucht

Die Hybridbusse sind die ersten großen Fahrzeuge, mit denen die GöVB in die E-Mobilität fahren. Auf der Strecke Göttingen-Dransfeld setzen sie seit vergangenem November bereits einen Kleinbus ein: den Bürgerbus. Er wird von ehrenamtlichen Fahrern gelenkt. Dafür suchen die GöVB und die Bürgerbus-Initiative von weitere Fahrer. Weitere Infos gibt es online unter buergerbus-goettingen-dransfeld.de.

Von Ulrich Schubert

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Selbsthilfegruppe „Riss durch mein Leben“ veranstaltet in Zusammenarbeit mit der Universitätsmedizin Göttingen eine Lesung zum Thema Hirntumor. Autorin Anja Walczak liest am Dienstag, 24. April, um 18 Uhr aus ihrem Mutmach-Buch „Feinde in meinem Kopf“ in der Galerie „Alte Feuerwache“.

14.04.2018

Es bleibt weiter offen, ob die Martin-Luther-King-Schule in Göttingen doch bis 2028 bestehen bleiben soll. Der Rat der Stadt hat einen entsprechenden Eilantrag der CDU am Freitagabend mehrheitlich abgelehnt. Entscheiden soll in zwei Wochen der Schulausschuss.

16.04.2018

Aus einem Wohnhaus in der Straße „Am Hasengraben“ haben Einbrecher in der Nacht zu Freitag unter anderem Schmuck, Bargeld sowie zwei Notebooks gestohlen. Die genaue Schadenshöhe ist noch offen, teilte die Polizei Göttingen mit.

13.04.2018