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Göttingen Göttingens Landrat Bernhard Reuter schlägt Alarm: Konferenz zum Problem A 7
Die Region Göttingen Göttingens Landrat Bernhard Reuter schlägt Alarm: Konferenz zum Problem A 7
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00:30 15.05.2015
Autobahn 7: Häufig Schauplatz schwerer Unfälle. Jetzt schlägt die Politik Alarm. Quelle: Heller
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Göttingen

Eine solche Konferenz hatte Landrat Bernhard Reuter (SPD) am Montagabend auf dem Jahresempfang des Landkreises in der Göttinger BBS II angekündigt. „Die Einsatzkräfte von Feuerwehr und Rettungsdiensten sind stark belastet“, erklärte Reuter. „Die Region ächzt unter den Staus auf den Umleitungsstrecken. So kann es nicht weitergehen.“

Mindestens einmal in der Woche sei die Autobahn dicht, sagte Reuter. Besonders geplagt sind dann vor allem die Gemeinden Rosdorf, Friedland und Dransfeld sowie die Stadt Hann. Münden und mit ihren in solchen Fälle hochbelasteten Umleitungsstrecken. Aber auch die Kapazitäten der Straßen im Göttinger Stadtgebiet kommen dann nicht selten an ihre Grenzen.

Rosdorfs Bürgermeister Sören Steinberg (SPD) hält die von Reuter geplante Autobahnkonferenz für sinnvoll. Die Anzahl der Einsätze von Rettungskräften wegen Unfällen auf der Autobahn habe deutlich zugenommen, wobei der Gefahrgutunfall von 19. Dezember 2014 der bislang spektakulärste war.

Im Rosdorfer Gemeindegebiet gibt es vor allem Klagen über die Verbindung zwischen Dramfeld und Obernjesa. Die Strecke soll als offizielle Autobahn-Umleitungsstrecke aufgehoben werden, fordern vor allem CDU und Grüne. Das Hauptargument: Als Umleitung sei sie nicht geeignet, weil zu schmal. Stattdessen solle wieder die ursprüngliche Umleitung über Friedland auf der B 27 nach Göttingen eingerichtet werden. Das dürfte allerdings auf heftigen Widerstand der Friedländer stoßen.

An der geplanten Landkreis-Konferenz zum Thema A7 sollen nicht nur Vertreter verantwortlicher Behörden, Polizei und Rettungskräfte, sondern auch betroffene Bewohner des Landkreises teilnehmen, kündigte Reuter weiter an.
Zwar habe Niedersachsens Verkehrsminister Olaf Lies (SPD) seinen Vorstoß begrüßt und die Unterstützung seines Ministeriums angekündigt, eine schnelle Lösung für die Probleme auf der A 7 sei jedoch nicht zu erwarten, so Reuter: „Die Lage ist komplex. Die A 7 ist eine Hauptverkehrsachse in topografisch schwierigem Gelände.“

Die A 7 bei Göttingen ist auch Thema in der Sitzung des Niedersächsischen Landtages am Mittwoch, 13. Mai. Die Göttinger SPD-Landtagsabgeordneten Gabriele Andretta und Ronald Schminke haben die Landesregierung nach den Konsequenzen des schweren Gefahrgutunfalls von 19. Dezember 2014 gefragt.

Insbesondere wollen Andretta und Schminke wissen, ob das Land „die Regelungen in den bestehenden Gesetzen und Verordnungen, unter anderem dem Gefahrgutbeförderungsgesetz und der Gefahrgutverordnung Straße, Eisenbahn und Binnenschifffahrt, für ausreichend“ hält und wo sie gegebenenfalls Nachbesserungsbedarf sieht.

Außerdem fragen Andretta und Schminke, ob die Landesregierung konkrete Maßnahmen plant. Generell stelle sich die Frage, „ob Gefahrguttransporte zum Schutz der Bevölkerung nicht besser auf die Schiene verlagert werden sollten“.

Kommentar

„So kann es nicht mehr weitergehen“, sagt Göttingens Landrat Bernhard Reuter. Aber: So wird es weitergehen. Dann nämlich, wenn nicht endlich der längst überfällige Schritt unternommen wird, Gütertransporte, vor allem gefährliche, von der Straße auf die Schiene zu verlagern. Das aber ist kaum zu erwarten.

Bei immer mehr Konsumenten, dem allseits gewünschten Wirtschaftswachstum und immer komplexeren Wirtschaftsbeziehungen von Unternehmen untereinander mit immer mehr Verkehr wäre eine tatsächliche Entlastung der A 7 denn auch illusorisch. Bliebe also nur ein mindestens achtspuriger Ausbau der Autobahn und/oder eine neue parallele Schienenverbindung entlang der bisherigen Strecke. Die aber will kaum ein Bürger vor seiner Haustür haben.

Auf die Ergebnisse der geplanten Konferenz darf man gespannt sein.

Von Matthias Heinzel

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