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Göttingen Fünf Göttinger in Hamburg festesetzt
Die Region Göttingen Fünf Göttinger in Hamburg festesetzt
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00:18 13.07.2017
Die "G20 Welcome to hell"-Demonstration während des Polizeieinsatzes Quelle: dpa
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Göttingen/Hamburg

"Keiner der Demonstranten, mit denen ich Kontakt hatte, war in der Nacht zum Freitag bei den Schanzen-Krawallen dabei", sagt der Anwalt. "Dort gab es kaum Festnahmen."

Die Göttinger, die festgesetzt wurden, waren laut Adam bereits bei kleineren Versammlungen und im Umfeld der Welcome-to-Hell-Demo von der Polizei  aufgegriffen und in die Gefangenensammelstelle gebracht worden. Was den Göttingern vorgeworfen wurde: "Rennen, weglaufen und ein Flaschenwurf ohne Treffer", so der Jurist. Adam und sein Göttinger Kollege Rasmus Kahlen waren zwei von rund 120 Anwälten, die sich ehrenamtlich beim G20-Gipfel für die Rechte der Demonstranten einsetzten. "Es war die Hölle", sagt er.

In der GeSa, einer umgebauten Lebensmittel-Großmarkthalle im Hamburger Stadtteil Harburg, wurde Platz für 400 Festgenommene geschaffen. Laut Nachrichtenagenturen hat die Polizei an allen Tagen rund um den G20-Gipel  insgesamt 186 Fest- und 225 Ingewahrsamnahmen gemeldet. 82 Festgenommene wurden  Haftrichtern vorgeführt, die 37 Haftbefehle erließen. Eine solche Bilanz habe es nach einem Polizeieinsatz in Hamburg noch nie gegeben. 132 der 186 Festgenommenen sind nach Angaben der Polizei Deutsche. 8 seien Franzosen und 7 Italiener. Adam machte ähnliche Beobachtungen in der GeSa. Alles im allem wurden laut Adam deutlich weniger Menschen festgenommen als erwartet.

Manche seiner Mandanten seien sofort nach dem Anwaltsgespräch wieder aus der GeSa entlassen worden, manche wurden bis Sonntag festgehalten. "Die fünf Göttinger wurden alle zeitlich vor den Auseinandersetzungen im Schanzenviertel festgesetzt", sagt der Anwalt. Personen im Gewahrsam müssen unverzüglich dem Gericht vorgeführt werden. Ohne richterlichen Beschluss dürfen Personen nur bis 24 Uhr des Folgetages von der Polizei festgehalten werden. Ihnen zu helfen, das war Ziel des anwaltlichen Notdienstes. "Wir mussten viel warten und wurden hingehalten", so Adam.

Er ist sich sicher: "Die Zustände in der GeSa werden ein juristisches Nachspiel haben", so der Anwalt - "und die Vorwürfe der Polizei werden bei vielen einer strafrechtlichen Prüfung nicht standhalten". Sein Eindruck: "Viele Demonstranten und sogar Schaulustige wurden offenbar von der Polizei festgesetzt, um die Fangquote zu erfüllen". Von den Demonstrationen und den Krawallen in der Schanze hat er selbst in Harburg nur indirekt über Nachrichten im Netz und sozialen Medien erfahren.

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