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Göttingen Göttinger Bündnis plädiert für Abschaffung von Paragraf 219a
Die Region Göttingen Göttinger Bündnis plädiert für Abschaffung von Paragraf 219a
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00:18 13.11.2018
Es gibt immer mehr Proteste gegen die aktuelle Rechtslage zu Schwangerschaftsabbrüchen: „219a nicht zeitgemäß!“. Quelle: dpa
Göttingen

Es ist die erste Aktion des am 22. Oktober ins Leben gerufene Bündnisses zur sexuellen Selbstbestimmung in Göttingen. Mit der Fotoaktion direkt vor Staats- und Universitätsbibliothek informierten sechs Mitglieder über das Thema Schwangerschaftsabbruch. Mit zugeklebtem Mund und dem Schriftzug „Für die Abschaffung des § 219 A“ protestierten sie gegen die in ihren Augen veraltet wirkenden Gesetzte, in denen der bloße Hinweis auf die Durchführung legaler Schwangerschaftsabbrüche unter Strafe gestellt wird.

Abschaffung des Paragraph 219A

Das ganze Jahr schon fordern Feministen in Göttingen und deutschlandweit die Abschaffung des Paragrafen 219a. „Es ist unerhört, dass im heutigen Informationszeitalter die Experten von Schwangerschaftsabbrüchen, die Frauenärzte selbst, nicht darüber informieren dürfen. Wir verlangen vom Bundestag, dies ab sofort zu erlauben“, so eine Sprecherin des Bündnisses. „Weil jedoch trotz unserer Proteste noch immer nichts geschehen ist, haben wir ein neues, größeres lokales Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung gegründet. Wir laden alle Interessierten jeglichen Geschlechts ein, dort mitzuwirken.“ Das Göttinger Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung fordert zudem eine bessere örtliche Versorgung im Bereich Schwangerschaftsabbruch in Stadt und Landkreis. In Göttingen gebe es aktuell neben dem Universitätsklinikum nur noch einen niedergelassenen Arzt, der ambulante Schwangerschaftsabbrüche vornimmt. „Für die Ärzte ist es durch diesen Paragraphen schwieriger, ihrem Job nachzugehen, und die Betroffenen haben nur wenig Möglichkeiten, sich zu informieren“, sagt Ina Jacobi, die beim neu gegründeten Bündnis mitmacht. Das neue Bündnis trifft sich künftig regelmäßig und besteht verschiedensten Mitglieder – auch vom Frauen-Forum.

Gelungene Foto-Aktion

„37 Personen haben sich heute schon an unser Foto-Aktion beteiligt und unterstützen uns somit bei unserem Anliegen. Es gab sehr viele Interessierte, die bisher über dieses Thema nur sehr wenig wussten“, sagt Felicia Franke. Mit den Fotos und dem zugeklebten Mund werden vom Bündnis neue Flyer erstellt. Dass der Paragraph werden wird sind sich alle ziemlich sicher. Entsprechende Anträge habe es schon gegeben.

„Die SPD ist noch das Zünglein an der Waage, aber der Druck wächst. Wir empfinden es extrem ungerecht, dass sich Frauen immer weniger bewegen dürfen“, so Jacobi, die auf einen schleichenden Prozess hinweist: „Die Ärzte erhalten immer weniger Informationen und es gibt immer weniger Städte, wo noch Schwangerschaftsabbrüche durchgeführt werden“, ergänzt sie.

Auch die anderen anwesenden Mitglieder haben verschiedene Motive, warum sie sich diesem Bündnis angeschlossen haben. „Es lohnt sich dafür zu kämpfen – ich habe schon oft mit Freunden und Bekannten darüber diskutiert. Es herrscht einfach oftmals Unwissenheit“, sagt Mareike Kühne. „Es ist immer noch ein Tabu-Thema und die Betroffenen trauen sich häufig nicht darüber zu reden –wir wollen dies verändern“, sagt Lea Wagner.

Von Jan-Philipp Brömsen

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