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Göttingen Göttinger Edith-Stein-Preis für Rita Süssmuth
Die Region Göttingen Göttinger Edith-Stein-Preis für Rita Süssmuth
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18:12 01.07.2013
„Ihrer Zeit voraus“: Rita Süssmuth. Quelle: CH
Göttingen

„Wie Edith Stein ist sie zutiefst davon überzeugt, dass man sich zur Wehr setzen muss, wenn Frauen einseitig auf Rollen festgelegt, diskriminiert oder ausgegrenzt werden", so die Kuratoriumsbegründung.

Die Katholikin Süssmuth leitet von 1982 bis 1985 das Forschungsinstitut „Frau und Gesellschaft“ in Hannover. 1985 wurde sie Bundesministerin für Jugend, Familie und Gleichheit – und setzte durch, das 1986 der Zusatz „Frauen“ hinzukam. Von 1987 bis 2002 vertrat sie den  Wahlkreis Göttingen im Deutschen Bundestag.

Vergewaltigung in der Ehe

Rita Süssmuth hat unermüdlich gekämpft für eine echte Gleichstellung von Frauen und Männern“, sagt Heiner J. Willen, der Vorsitzende des Edith-Stein-Kreises. „Sie war ihrer Zeit voraus und konnte viele Reformen, für die sie sich eingesetzt hat, erst im Laufe der Zeit erleben: etwa die Strafbarkeit von Vergewaltigung in der Ehe oder den Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung.“ 

Mit der Preisverleihung an Rita Süssmuth möchte das Kuratorium besonders an die Frauenrechtlerin Edith Stein erinnern. Die katholische Ordensfrau habe in den 1920er-Jahren offen kritisiert, dass sich die Position von Frauen in der Kirche in 2000 Jahren nur verschlechtert habe.

Vom Judentum zum Katholizismus

Der Preis erinnert an das Wirken der Heiligen Edith Stein, die von 1913 bis 1915 in Göttingen lebte, vom Judentum zum Katholizismus konvertierte und 1942 in Auschwitz durch die Nationalsozialisten ermordet wurde. Das Preisgeld in Höhe von 5000 Euro wird in Absprache mit der Geehrten einer Einrichtung gespendet.

Der Preis wird am Sonntag, 17. November, um 18 Uhr im Alten Rathaus in Göttingen verliehen. Die Laudatio hält die Theologie-Professorin Marianne Heimbach-Steins.

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