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Göttingen Göttinger Giftinformationszentrum warnt vor rohen Bohnen
Die Region Göttingen Göttinger Giftinformationszentrum warnt vor rohen Bohnen
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11:05 29.08.2014
Saison: In den Gärten und auf den Feldern der Region werden jetzt Bohnen geerntet. Quelle: Köhler
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Göttingen

„Zurzeit bekommen wir täglich ein halbes Dutzend Anfragen zu diesem Thema“, sagt der Giftexperte Dr. Andreas Schaper.

Auslöser der teils erheblichen Beschwerden sind giftige Eiweißverbindungen (Phaseoline), die in den Bohnensamen enthalten sind. Schon der Verzehr von wenigen rohen Samen oder Schoten kann starke  Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen hervorrufen. Beim Kochen werden diese giftigen Proteine, die häufig auch als „Phasin“ bezeichnet werden, zerstört. Gekochte Bohnen sind daher bekömmlich.

Das Giz-Nord ist die zentrale Giftinformationsstelle für die Bundesländer Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Hamburg und Bremen. Die Göttinger Experten beantworten jährlich mehr als 35 000 Anfragen, meistens geht es dabei um akute Vergiftungsfälle.

„Manche reagieren sehr stark auf die giftigen Proteine, manche gar nicht“

Seit einigen Wochen häufen sich die Anfragen, bei denen es nach dem Verzehr von rohen Gartenbohnen zu Vergiftungserscheinungen kam. Sowohl Erwachsene als auch Kinder seien betroffen gewesen, sagt Schaper. Zwei Fälle stuften die Experten als mittelschwere Vergiftungen ein, hier hielt das Erbrechen über mehrere Stunden an.

Allerdings treten nicht immer solche Symptome auf. „Manche reagieren sehr stark auf die giftigen Proteine, manche gar nicht“, sagt Schaper. Grundsätzlich rate man aber dringend vom Verzehr roher Bohnen ab.

Die Giftexperten empfehlen, Bohnen zu kochen und nicht nur zu erhitzen. Experimentelle Untersuchungen hätten gezeigt, dass eine Temperatur von 80 Grad Celsius nicht ausreiche, um die giftigen Proteine komplett unschädlich zu machen.

Im Übrigen verweist das GizNord auf Zubereitungstipps des französischen Starkochs Paul Bocuse und des deutschen Gastrokritikers Wolfram Siebeck: Diese empfehlen für Brechbohnen und feinere Prinzessbohnen 15 Minuten Kochzeit, für die sehr dünnen Keniabohnen (Haricots verts) 10 bis 15 Minuten.

Champignons haben immer gefärbte, Knollenblätterpilze immer rein weiße La­mellen

Da inzwischen auch die Pilzsaison begonnen hat, erhalten die Göttinger Giftexperten derzeit außerdem vermehrt Anfragen zu Pilzvergiftungen. Es habe bereits mehrere Fälle gegeben, bei denen Betroffene mit Verdacht auf eine Knollenblätterpilzvergiftung im Krankenhaus behandelt werden mussten, sagte Schaper.

Der Knollenblätterpilz ist besonders gefährlich, weil er schwere Leberschäden hervorruft, die schlimmstenfalls zum Tode führen können. In den meisten Fällen hatten Betroffene die Knollenblätterpilze für Champignons gehalten. Solche Verwechslungen kommen immer wieder vor, weil sich beide Pilzarten auf den ersten Blick sehr ähnlich sehen.

Ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal sind die Lamellen: Champignons haben immer gefärbte, Knollenblätterpilze immer rein weiße La­mellen.

Das Giz in Göttingen ist rund um die Uhr unter der Notrufnummer 05 51 / 1 92 40 erreichbar. Weitere Informationen unter giz-nord.de.

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