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Die Region Göttingen Göttinger Goethe-Institut in neuen Räumen
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15:14 07.09.2018
Das Goethe-Institut am neuen Standort in der Jutta-Limbach-Straße. Quelle: Hartwig
Göttingen

Er sei dankbar, dass Göttingen noch Sitz eines Goethe-Instituts ist, betonte Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler vor geladenen Gästen. Zwischenzeitlich sei das alles andere als sicher gewesen. Nachdem die Leitung des Goethe-Instituts bereits 2015 angekündigt hatte, den Standort im Fridtjof-Nansen-Haus verlassen zu wollen und die ehemalige Voigtschule als erste Alternative nicht finanzierbar war, fehlte es an einer geeigneten Immobilie.

„Auf den ersten Blick ungewöhnlich“

Die Lösung zeichnete sich ab, als Stadtverwaltung und die Gesellschaft für Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Göttingen (GWG) Pläne für einen Neubau auf dem Areal des ehemaligen Güterbahnhofs vorlegten. „Der Sitz wirkt auf den ersten Blick ungewöhnlich“, so Köhler. Tatsächlich aber habe die Lage viele Vorteile. Zudem sei aus der ehemaligen Rückseite der Stadt mittlerweile ein urbanes Quartier geworden, ergänzte GWG-Geschäftsführerin Ursula Haufe. „Ich finde den Standort toll.“

Eine Einschätzung, die Institutsleiterin Ulrike Hofmann-Steinmetz teilt. Auch wenn sie dem ehemaligen Gebäude mit dem kleinen Turm an der Merkelstraße noch ein wenig hinterher trauere – „ich habe ein Faible für verrückte alte Häuser“ – das neue Haus passe eindeutig besser zum Goethe-Institut. „Hier drin sind lauter unruhige Geister, da passt die Lage direkt am Gleis hervorragend zu uns.“ Und tatsächlich sei es nicht das erste Institut in direkter Nachbarschaft zur Bahnlinie, ergänzte Roland Meinert, Regionalleiter der Goethe-Institute in Deutschland. Mannheim und Hamburg hätten ebenfalls direkten Bahnkontakt.

5,6 Millionen Euro Baukosten

Insgesamt stehen dem Göttinger Goethe-Institut jetzt 1400 Quadratmeter zur Verfügung, weitere 700 Quadratmeter wurden in den oberen Etagen an die Arbeiterwohlfahrt (AWO) und 300 an den Zweckverband Verkehrsverbund Süd-Niedersachsen (ZVSN) vermietet. 5,6 Millionen hat die GWG insgesamt investiert, um den hellen Bau mit den großen Glasflächen in rekordverdächtigen neun Monaten fertigzustellen. Im August 2017 war der erste Spatenstich. Im Mai haben wir die Schlüssel übergeben“, so Haufe.

Und schon im Juni startete das Programm am neuen Standort. Wobei Neustart nicht das richtige Wort sei, erzählt Hofmann-Steinmetz, denn man sei im laufenden Betrieb umgezogen. „Das war ein bisschen wie eine Operation am offenen Herzen.“ Ihre Mitarbeiter hätten gleichzeitig unterrichtet und Kartons ausgepackt. Aber die ersten Wochen seien wie im Flug vergangen.

Straße umbenannt

Eine besondere Ehre sei die neue Adresse, betonte die Institutsleiterin. Die kleine Stichstraße erhielt pünktlich zur Feier einen neuen Namen. Die Schüler aus aller Welt lernen künftig an der Jutta-Limbach-Straße. Die 2016 im Alter von 82 Jahren gestorbene Limbach war nicht nur Jura-Professorin an der Freien Universität Berlin, Präsidentin des Bundesverfassungsgerichts und SPD-Politikerin sondern von 2002 bis 2008 auch Präsidentin des Goethe-Instituts.

In den vergangenen 40 Jahren hätten etwa 60 000 junge Menschen an der Merkelstraße die deutsche Sprache gelernt, bilanzierte Köhler. Jetzt gelte es, dem neuen Haus Leben einzuhauchen. Oder wie es die kolumbianische Studentin Karen Vanessa in ihrer kleinen Ansprache am Donnerstagabend formulierte: „Wir sind sehr dankbar und wünschen Euch viel Spaß, viel Erfolg und viel Lernen.“

Von Markus Scharf

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