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Göttingen Haftstrafe für brutalen Vergewaltiger
Die Region Göttingen Haftstrafe für brutalen Vergewaltiger
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00:40 29.04.2018
Quelle: dpa
Göttingen

Die Kammer befand den Angeklagten der Vergewaltigung und schweren Körperverletzung sowie des Diebstahls für schuldig. Die Richter sahen es am Ende des mehr als vier Monate dauernden Prozesses als erwiesen an, dass der Angeklagte im Juni vergangenen Jahres in seiner Wohnung einer 28-jährigen Frau mit der Faust ins Gesicht geschlagen, sie gewürgt und mit einem Kabel gedrosselt hatte.

Anschließend habe er versucht, mit einer Glasscherbe eine Tätowierung aus dem Oberarm herauszuschneiden und ihr dabei eine zwölf Zentimeter lange Stichwunde zugefügt. Als sie sich wehrte, habe er sie gepackt, auf eine Matratze geschleudert, sich auf sie geworfen und sie gewürgt, geschlagen, gebissen und vergewaltigt. Nachdem er sie dann noch zweimal mit dem Kopf gegen die Wand geschlagen hatte, habe er sie aus dem Haus geschleift und nur mit einem BH bekleidet vor der Eingangstür liegenlassen.

Ein Nachbar ruft die Polizei

Die Frau hatte dann verschiedene Klingeln gedrückt, um wieder ins Haus gelangen zu können. Ein Nachbar aus dem gegenüberliegenden Haus wurde auf sie aufmerksam und rief die Polizei. Kurz darauf nahmen die Beamten den 32-Jährigen fest. Dieser hatte bereits eine Woche zuvor in einem Elektronikmarkt Fitnessuhren entwendet, weshalb er auch wegen Diebstahls verurteilt wurde.

Das Gericht blieb mit seinem Urteil unterhalb des Antrages der Staatsanwaltschaft, die eine Gesamtstrafe von acht Jahren gefordert hatte. Die Verteidigung hatte dagegen auf Freispruch plädiert. Der Vertreter der Nebenklägerin stellte keinen konkreten Antrag.

Dem Alkohol zugesprochen

Anders als die Verteidigung hielt das Gericht die Zeugin für glaubhaft. Demnach hatte die 28-Jährige den Angeklagten sechs Monate zuvor kennengelernt und später eine Zeit lang, als sie wohnungslos war, in dessen Wohnung übernachtet. Rund einen Monat lang waren sie ein Paar, dann trennte sie sich von ihm. Im Juni traf sie ihn dann zufällig wieder und verbrachte einige Tage in seiner Wohnung.

Am Abend vor der Tat hatten beide gemeinsam dem Alkohol zugesprochen. Die 28-Jährige war eingeschlafen und gegen 3.30 Uhr morgens wieder wach geworden. Beide saßen eine Weile zusammen, bis der Angeklagte mit den Worten „Der Blutgott ist wieder da“ plötzlich über sie herfiel.

Der Sicherungsverwahrung nur knapp entgangen

Die Verteidigung hatte mit diversen Beweisanträgen die Glaubwürdigkeit der Zeugin in Zweifel zu ziehen versucht. Nach Ansicht des Gerichts bestätigt die Spurenlage jedoch wesentliche Aussagen der 28-Jährigen. So stimmten die festgestellten Verletzungen – Hämatome, Prellungen, Würgemale, Schnitt- und Bisswunden – mit ihren Schilderungen überein. Ein psychologischer Sachverständiger kam in seinem Gutachten zu dem Schluss, dass die Angaben der Zeugin auf tatsächlichen Erlebnissen beruhten.

Das Gericht hatte auch die Frage der Sicherungsverwahrung geprüft, da der Angeklagte ein erhebliches Paket an Vorstrafen aufzuweisen hat. Die formalen Voraussetzungen lägen vor, allerdings „nur knapp“, sagte der Vorsitzende Richter Patrick Gerberding. Da die Sicherungsverwahrung als „ultima ratio“ des Strafrechts gelte und allerschwersten Fällen vorbehalten sei, habe man diesmal davon abgesehen. „Bei einer neuen Tat führt sehr wahrscheinlich kein Weg mehr daran vorbei.“

Von Heidi Niemann

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