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Göttingen Info-Tour zu E-Mobilität auf der Mülldeponie
Die Region Göttingen Info-Tour zu E-Mobilität auf der Mülldeponie
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00:21 11.08.2018
Landrat Reuter schwingt sich aufs E-Lastenfahrrad. Quelle: hein
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Deiderode/Göttingen

Dirk Piper, Leiter der Entsorgungsbetriebe des Landkreises, führte Reuter die beiden Gefährte vor. Der Kleinstlastwagen mit der Modellbezeichnung „E-Worker“, verfügt über eine Leistung von zehn Kilowatt und eine Reichweite von 60 bis 80 Kilometern. Nachteil des Miniatur-Spritzenwagens: Die Höchstgeschwindigkeit beträgt nur 40 Stundenkilometer. Das allerdings hält Mitarbeiter der Deponie nicht davon ab, das Gefährt auch zu Touren in die Stadt Göttingen zu nutzen, falls nötig. Der Mikro-Pickup habe sich im Alltag bewährt, auch im Winter reiche die wegen der Kälte dann verminderte Akku-Kapazität für Fahrten nach Göttingen aus, meinte Piper.

Eigene Stromerzeugung

Eine Ladestation gebe es in einer Betriebshalle, so der Betriebsleiter. Den Strom dafür und noch viel mehr produziere die Deponie mittels der betriebseigenen Fotovoltaikanlage selbst. Seit zehn Jahren liefere die Anlage im Schnitt 380000 Kilowattstunden pro Jahr – laut Piper ausreichend, um eine Million solcher E-Bikes aufzuladen.

Das zweite E-Mobil auf der Deponie ist ein Lastenfahrrad mit Ladefläche zwischen den beiden Rädern. Die Technik entspricht derjenigen eines normalen E-Bikes – Stromunterstützung bis zu einer Geschwindigkeit von bis zu 25 Stundenkilometern. Wegen der Ladefläche – die Deponie-Mitarbeiter transportieren damit alle möglichen Geräte vom Besen bis zum Gasmessgerät – ist dieses Zweirad mit gut zwei Metern allerdings deutlich länger als ein herkömmliches Fahrrad.

73 Stundenkilometer mit dem E-Bike

Der Landrat, selbst regelmäßig mit dem Zweirad unterwegs, ließ kaum Zeit vergehen, um selbst aufs Lastenrad zu steigen und eine Runde zu drehen. Kommentar: „Im Turbo geht das ja richtig ab.“ Die Länge allerdings mache das Fahren gewöhnungsbedürftig. Dennoch absolvierte der Landrat seine Turbo-Runde komplett schadenfrei.

Neugierig geworden, inspizierte Reuter den Bordcomputer des Lastenrades – und stieß auf eine maximal erzielte Höchstgeschwindigkeit von exakt 73,4 Stundenkilometern, obwohl bei Tempo 25 mit der Elektro-Unterstützung eigentlich Schluss ist. Des Rätsels Lösung: die steile Zufahrt zur Deponie, auf der rasantes Tempo zurück zur Kreisstraße 29 möglich ist. Da fügt es sich gut, dass das Lastenrad sowohl am Vorder- als auch am Hinterrad mit Scheibenbremsen ausgerüstet ist.

Dieses E-Lastenfahrrad sei übrigens aus einem Vorschlag aus der Belegschaft hervorgegangen, erklärte Betriebsleiter Piper. Bei den Mitarbeitern sei das Rad beliebt – auch wegen der großen Höhenunterschiede auf dem Deponiegelände von fast 100 Metern. Zwar habe das Gefährt insgesamt 5000 Euro gekostet, aber: „Das wurde zu 100 Prozent gefördert.“ Die Kreisverwaltung in Göttingen, ergänzte Reuter, verfüge über ein zweites elektrisch aufgerüstetes Lastenfahrrad, das wöchentlich für Strecken von etwa 100 Kilometer Länge genutzt werde.

Aber auch die Nachteile der E-Mobilität würden auf der Deideroder Deponie deutlich, sagte Piper. Immer häufiger würden erschöpfte E-Bike-Akkus abgegeben, die nach 800 bis 1000 Ladezyklen ihren Geist aufgegeben hätten. Und die sind reiner Sondermüll.

Von Matthias Heinzel

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