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Göttingen Göttinger Piraten in unruhigem Fahrwasser
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00:22 17.09.2018
„Klarmachen zum Ändern“ – ein Blick in die Piratengeschichte wirkt plötzlich wieder ganz aktuell. Quelle: Vetter
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Göttingen

Welter-Schultes soll im Nachgang zur jüngsten Ratssitzung am Mittwoch von seinen Mitstreiterinnen aufgefordert worden sein, sein Amt als Gruppenvorsitzender mit sofortiger Wirkung niederzulegen. Das geht aus drei E-Mails hervor, die dem Tageblatt zugespielt wurden. Darin schildert Welter-Schultes, der auch Vorsitzender des Kreisverbands seiner Partei ist, dass von ihm in einer für ihn überraschend anberaumten Sitzung verlangt worden sei, eine entsprechende Vereinbarung zu unterzeichnen.

Francisco Welter-Schultes (Piraten) Quelle: r

Hintergrund der jetzt öffentlich gewordenen Piraten-Auseinandersetzung ist wohl der persönliche Konflikt zwischen dem Zoologen Welter-Schultes und Gruppen-Geschäftsführerin Lisa Balkenhol. Zwar sei an deren Arbeit nicht auszusetzen, so Welter-Schultes in einer Mail, aber eine Zusammenarbeit in der bestehenden Konstellation sei für ihn nicht möglich. Sein Ansinnen, Balkenhol zu entlassen, fand keine Mehrheit. Stattdessen unterzeichnete er die Vereinbarung, die neben seiner Amtsenthebung auch Rotters zweite Forderung enthielt: „Und Lisa bleibt.“

„Das hätte noch mehr Chaos zur Folge gehabt“

Er habe unterschrieben, da man ansonsten eine Mehrheitsentscheidung mit zwei zu einer Stimme durchgeführt hätte. „Das hätte noch mehr Chaos zur Folge gehabt.“ Eine Zusammenarbeit in der Ratsgruppe sei auf dieser Basis allerdings nicht mehr möglich, schreibt Welter-Schultes an seine Mitpiraten. Das gegenseitige Vertrauen zwischen ihm und Rotter bestehe nicht mehr, so Welter-Schultes schriftliche Aussage zur Zukunft der Piraten.

Dana Rotter (Piraten) Quelle: r

 

Persönlich wollten sich weder er noch Rotter gegenüber dem Tageblatt zu dem Zerwürfnis äußern. Und so bleiben einige Fragen zunächst offen: Was passiert am mehrfach in den E-Mails auftauchenden Datum 1. November? Warum hat man es kategorisch abgelehnt, dem vielleicht scheidenden Gruppenvorsitzenden 400 Euro pro Monat aus dem Geschäftsetat der Ratsgruppe zu zahlen, um seine finanziellen Einbußen zu kompensieren? Auch bleibt zunächst wohl noch ungeklärt, wie es mit der Fraktion und der Gruppe weitergeht.

Verschiedene Zukunftsszenarien

Im Raum stehen nach jetzigem Stand mehrere Optionen, die in der Fraktion diskutiert werden:

Welter-Schultes gibt sein Mandat ab. Dazu ist von seiner Seite aber ein klares Nein zu vernehmen, er mache gerne Kommunalpolitik.

Er macht weiter als einsamer Pirat, ohne Gruppe, ohne Ratfrau Rotter, ohne Geschäftsführerin Balkenhol. Die von Welter-Schultes zwischenzeitlich präferierte Lösung.

Eine Mediation hätte wieder Ruhe ins Schiff bringen können. Angeblich hatten Rotter und Welter-Schultes zwischenzeitlich einer externen Vermittlung zugestimmt. Das bezeichnete auch Ur-Pirat Martin Rieth, der 2011 für seine Partei in den Göttinger Rat einzog, ebenfalls als die „kluge Lösung“. Mit dem Treffen am Mittwoch dürfte diese aber hinfällig sein.

Ratsfrau Helena Arndt (Die Partei) Quelle: r

„Fünfzig-fünfzig-Chance des Überlebens“

Oder aber alles läuft nach außen weiter wie bisher. Intern aber übergibt Welter-Schultes den Vorsitz an Rotter, arbeitet von Zuhause und hält sich künftig aus Gruppenangelegenheiten heraus. Laut Rieth hätte das durchaus auch Vorteile: Alle Stimmrechte – auch in den besetzten Ausschüssen – blieben den drei Ratsmitgliedern erhalten. Es gebe außerdem weiter ein Gruppenbüro für die Piraten und „eine Fünfzig-fünfzig-Chance des Überlebens für die Piraten in Göttingen“.

Von Markus Scharf

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