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Göttingen „Mittendrin“ vermittelt 145 Menschen in Jobs
Die Region Göttingen „Mittendrin“ vermittelt 145 Menschen in Jobs
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00:18 04.02.2018
Barbara Jahns-Hasselmann, Leiterin des Göttinger Projekts "Mittendrin" Quelle: Frank Beckenbach
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Göttingen

Glücklich sind alle Beteiligten, von der Agentur für Arbeit, über die Stadt und den Landkreis Göttingen bis zu den Projektbeteiligten, dass es gelungen ist 112 Menschen mit Handicap in Teilzeit- und Vollzeitbeschäftigung sowie 33 in eine Ausbildung zu bringen. Dies ist das Ergebnis des Projekts „Mittendrin“, dass im Mai 2015 startete und im April diesen Jahres ausläuft.

Die 1,49 Millionen Euro vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales waren gut angelegt, denn der Projektplan sah einmal vor, dass 63 Menschen mit Handicap in Arbeit gebracht werden sollten. Insgesamt 349 Menschen mit Handicap haben im Projektzeitraum die Angebote genutzt. „Unser Ziel war es immer, ihnen eine neue Perspektive zu geben“, sagt Projektleiterin Barbara Jahns-Hasselmann von der Beschäftigungsförderung Göttingen. Sie erläuterte an einem Beispiel, warum das so gut funktionieren konnte: „Ein Teilnehmer, knapp über 50 Jahre, wusste nicht, was er eigentlich wollte. Er ist mit schlechten Erfahrungen, einer Depression, körperlicher Beeinträchtigung und familiären Problemen gekommen. Aber er hatte aber eine gute Qualifikation in Labortechnik“, sagt Jahns-Hasselmann. 25 Stunden, zwei Mal die Woche, sei der Klient beraten worden, als flanierende Maßnahmen sei ein Bewerbungstraining und ein Fähigkeitstraining durchgeführt worden. Durch den Schlüssel – ein Berater pro 20 Teilnehmer – konnten sie sich viel mehr Zeit nehmen als dies in einem Jobcenter möglich ist. Dort hat ein Berater etwa 200 Klienten. Die Projektberater schauten sich in der Zwischenzeit nach einem möglichen Arbeitgeber um. „Um einen passenden Betrieb zu finden, war das Netzwerken sehr wichtig. Es folgte erst ein Arbeitsversuch des Klienten und dann eine ganz normale Probezeit“, sagt Jahns-Hasselmann.

Doch leider habe sich in diesem Fall herausgestellt, dass zwar der Arbeitgeber gepasst, aber der Projektteilnehmer mit der Team-Konstellation nicht zurecht kam und für die Arbeit keine ausreichende Stresstoleranz gehabt habe. „Er kam zurück ins Projekt, aber innerhalb von kürzester Zeit konnte ein neuer Arbeitgeber für ihn gefunden werden. Es folgte wieder die Probezeit und nach einem Jahr bekam er einen unbefristeten Vertrag.“ Darüber freut sich Jahns-Hasselmann auch jetzt noch.

Einige Projektteilnehmer sind auch wieder ins Jobcenter zurückgekommen. „Bei ihnen konnten wir einen Haltungswechsel erkennen, die Resignation war überwunden, sie waren pünktlich, wichtige Dinge für den Weg zurück in den Arbeitsmarkt“, sagte Frank Meyer vom Jobcenter Göttingen Land.

Aber wenn ein Projekt ausläuft, dann versiegen auch die ministeriellen Geldquellen. Gemeinsam wollen der Landkreis und die Stadt Göttingen sowie die Agentur für Arbeit erreichen, dass die erfolgreiche Arbeit des Projektes in anderer Form fortgesetzt werden kann – pro Jahr sind etwa 500000 Euro notwendig. „Die Beratung der Menschen mit Handicap war der Schlüssel zum Erfolg“, sagt Kreisrat Marcel Rietig. „Wer Inklusion will, der muss auch berufliche Teilhabe ermöglichen, es muss also weitergehen“, sagt Göttingen Sozialdezernentin Petra Broistedt. Das wäre auch ganz im Sinne der zehn Projektmitarbeiter, die sich noch sechs Vollzeitstellen teilen. „Wir hoffen sehr auf eine Anschlussfinanzierung“, sagt Jahns-Hasselmann.

Von Frank Beckenbach

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