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Göttingen Schülerin sagt Bakterien den Kampf an
Die Region Göttingen Schülerin sagt Bakterien den Kampf an
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13:52 09.05.2017
FKG-Schülerin Stella Hofmann gewinnt bei „Schüler experimentieren“ Preis mit fluoreszierender Seife, die die Hände leuchten lässt. Quelle: Harald Wenzel
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Göttingen

Die Achtklässlerin am Felix-Klein-Gymnasium belegte mit ihrer „Visual Black Box - Mit fluoreszierender Seife zu sauberen Händen“ im Fachgebiet Chemie den ersten Preis. Außerdem erlangte sie den Landessieg für das beste interdisziplinäre Projekt.

„Ich habe in Zeitungen ganz oft Berichte über Grippe gelesen“, erklärte Hofmann die Idee zu ihrem Forschungsprojekt. Weil ihren Recherchen zufolge fast 80 Prozent aller ansteckenden Krankheiten über die Hände übertragen werden, lag es für sie nahe, den Prozess des Waschens unter die Lupe zu nehmen. Dazu hat sie unterschiedliche Fluoreszenzen mit flüssiger Kernseife gemischt und auf Schweinehaut getestet. Das beste Ergebnis erzielte eine selbst hergestellte Aesculin-Flüssigseife im Mischverhältnis 1:5.

„Dann habe ich eine Visual Black Box angefertigt“, sagte Hofmann. „Man seift sich die Hände ein und sieht, welche Hautpartien nicht benetzt sind.“ In einem weiteren Experiment testete sie die Effektivität ihrer Seife gegenüber der Bakterienentfernung. Ihr Kernseifengemisch schnitt im Vergleich zu einer handelsüblichen Flüssigseife besser ab.

Mit diesem Wissen will Stella Hofmann jetzt den Bakterien den Kampf ansagen. Sie hat einen Auswertungsbogen entwickelt und arbeitet gerade an einem Schulungskonzept für Kindergärten. Mit Seife und Black Box will sie Kindern richtiges Händewaschen und dessen Bedeutung vermitteln. „Das führt es einem vor Augen“, sagt die junge Forscherin.

Stella Hofmann entwickelte ihre Ideen nachmittags in der „Jugend-forscht-AG“. Die Schüler unterstützten sich bei ihren Arbeiten gegenseitig, erklärt Lehrerin Susana Bokeloh da Silva den Erfolg ihrer AG, in der Schüler von der 6. bis 13. Jahrgangsstufe zusammen experimentieren.

„Ich fand Naturwissenschaften schon immer spannend“, sagt Stella Hofmann. Sie kann sich vorstellen, später Medizin zu studieren. Doch für die Nachwuchswissenschaftlerin gibt es auch eine Welt außerhalb von Schule und Forschung. „Ich tanze Hip Hop und treffe mich mit Freunden“, erklärt sie. Und ergänzt: „Und ich drehe oft kleine Filme für den Wettbewerb.“

Der Wettbewerb

„Jugend forscht“ ist Deutschlands renommiertester Wettbewerb für forschende Kinder und Jugendliche. In der Kategorie „Schüler experimentieren“ gehen neun bis 14-Jährige mit ihren Forschungsideen an den Start. Dieses Jahr waren es 745 Schüler, die ihre wissenschaftlichen Projekte in sieben Regionalwettbewerben vorstellten. Die Gewinner traten anschließend beim niedersächsischen Landeswettbewerb in Oldenburg an. Das Motto lautete „Zukunft - ich gestalte sie“. Die Landessieger und Sonderpreisträger, zu denen auch Schüler aus Göttingen und der Region zählten, wurden im März in Oldenburg ausgezeichnet.

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