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Göttingen Göttinger Staatsschutz ermittelt weiter im Fall Frauke Petry
Die Region Göttingen Göttinger Staatsschutz ermittelt weiter im Fall Frauke Petry
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10:36 31.05.2015
Quelle: dpa (Symbolfoto)
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Göttingen

Im Fall des Angriffs auf die Spitzenpolitikerin der Alternative für Deutschland (AfD), Frauke Petry, haben die Beamten des vierten Fachkommssariats - zuständig für Staatsschutzdelikte und politisch motivierte Straftaten - der Göttinger Polizei die Ermittlungen fortgesetzt. Die Polizei hatte bereits am Mittwoch ein Ermittlungsverfahren wegen Beleidigung und Sachbeschädigung eingeleitet.

Aktuellen Erkenntnissen zufolge betraten im Anschluss an eine junge Frau am Mittwoch gegen 16 Uhr vermutlich fünf bis sechs weitere Personen das Restaurant Alibaba in der Oberen Karspüle. Es sei zu einem Wortgefecht gekommen, bei dem der Tisch, an dem Petry und ein Journalist saßen, aus bislang noch ungeklärten Gründen plötzlich kippelte, aber nach derzeitigem Stand nicht umstürzte, sagte Polizeisprecherin Jasmin Kaatz. Dabei seien Gläser, darunter eines mit Fruchtsaft, und ein gläserner Kerzenhalter auf den Boden gefallen.

Der ganze Vorfall soll sich nach Zeugenangaben blitzschnell und innerhalb von kürzester Zeit abgespielt haben. Unmittelbar danach habe die Personengruppe das Lokal wieder verlassen. Zu diesem Zeitpunkt hielten sich auf der Straße vor dem Gebäude rund 25 Personen auf. Über diese Gruppe liegen der Polizei keine weiteren Erkenntnisse vor.

Hinweise, dass es in dem Lokal zu Würfen von Farb- oder mit Fruchtsaft gefüllten Beuteln auf die Politikerin Petry gekommen ist, haben sich nach Kaatz Angaben bislang nicht bestätigt. Auch sei es nicht zu Bedrohungen oder körperlichen Über-bzw. Angriffen auf die AfD-Sprecherin oder ihren Gesprächspartner gekommen. Wegen der ihr gegenüber getätigten Äußerungen stellte Petry am Mittwochabend Strafantrag wegen Beleidigung gegen Unbekannt.

Saft statt Farbbeutel

Petry hatte am Mittwoch auf ihrer Facebook-Seite zunächst behauptet, von Vermummten angegriffen und mit Farbbeuteln beworfen worden zu sein. Die Aussage wurde später zurückgenommen: "Es handelte sich bei der Attacke auf Frauke Petry in einem Restaurant in Göttingen nicht um Farbbeutel. Das war in der Gemengelage und aufgrund der farbigen Flüssigkeit nicht sofort definierbar. Im Nachhinein stellte sich heraus, dass es sich um Fruchtsaft handelte, mit dem sie überschüttet wurde", heißt es auf Facebook. Auf einem einem Wahlplakat nachempfundenen Foto heißt es unter Petrys Konterfei: "Gewalttätiger Angriff auf AfD-Sprecherin Frauke Petry".

Petry war am Mittwoch Gast bei einer parteiinternen Veranstaltung des AfD-Kreisverbandes Northeim. "AfD-Frontfrau Frauke Petry lächelt schon wieder", berichtete das Gandersheimer Kreisblatt kurz nach dem Vorfall in Göttingen.

Petry hat zwischen 1998 bis 2000 an der Göttinger Universität Chemie studiert und promovierte 2004 an der Georgia Augusta. Sie gilt im aktuellen Machtkampf in der AfD als Gegenspielerin von Bernd Lucke. Beide wollen zum Parteitag Mitte Juni in Kassel wieder für die Wahl für die zwei zu vergebenden Posten der Bundesvorsitzenden kandidieren.

Lucke verurteilt "den feigen Anschlag auf Frauke Petry auf das Schärfste". Bei allen persönlichen Differenzen stehe er bei diesem Anschlag an ihrer Seite und versichere ihr seine volle Unterstützung gegen die Täter, heißt es auf seiner Facebook-Seite. Petry sprach nach dem Göttinger Vorfall  von einem "brutalen Versuch, die Meinungsfreiheit mit Gewalt einzuschränken".

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