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Göttingen Wasser für das Damwild
Die Region Göttingen Wasser für das Damwild
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16:22 26.10.2018
15.000 Liter Wasser für das „Lichte Meer“. Quelle: Foto: Pförtner
Göttingen

Die Göttinger Berufsfeuerwehr hat am Freitag mehr als 15000 Liter Wasser in das „Lichte Meer“ im Stadtwald gepumpt. Der Teich dient als Tränke für das Damwild am Kehr und war fast trocken gefallen. „Durch den besonders trockenen Sommer in diesem Jahr hat das ,Lichte Meer’ einen sehr geringen Wasserstand“, erläutert Lena Dzeia, Leiterin des Göttinger Stadtwalds, den Grund für diese Aktion.

Der Wasserspiegel ist deutlich abgesunken, die Brühe in dem Tümpel sieht brackig aus. Für Molche und Frösche mag das in Ordnung sein, doch das Damwild in dem Gehege am Kehr wird dort nicht mehr trinken wollen. Abhilfe hat nun die Göttinger Berufsfeuerwehr geschaffen. Sie rückte mit einem Tanklöschfahrzeug und einem Hilfeleistungsfahrzeug – zusammen haben sie ein Fassungsvermögen von 5000 Litern – an, um das „Lichte Meer“ wieder zu befüllen.

Ungewöhnlicher Einsatz

Zu ersten Mal sei es vorgekommen, dass der Teich befüllt werden musste, sagte Thomas Dienberg, der als Stadtbaurat auch für den Stadtwald zuständig ist. „Wir wollen nicht hoffen, dass wir sie hier häufiger brauchen.“ Mit Dienberg war Volker Hempfing zum Kehr gefahren, als Leiter des städtischen Baubetriebshofes der Vorgesetzte der Stadtwald-Mitarbeiter.

Hauptbrandmeister Jens Austinat, stellvertretender Zugführer der Berufsfeuerwehr Göttingen, leitete den ungewöhnlichen Einsatz. Er hatte junge Kollegen dabei, die den letzten Tag ihrer Grundausbildung in Göttingen verbrachten, bevor sie an der Niedersächsischen Akademie für Brand- und Katastrophenschutz ihre Ausbildung abschließen. Sie legten die Schlauchverbindung über rund 100 Meter zwischen Feuerwehrwagen und Teich. Die ersten 5000 Liter flossen in wenigen Minuten drucklos über die Kalksteine in den See.

Durchmischung mit frischem Wasser

Dreimal fuhren die Fahrzeuge zwischen dem Wasserbehälter oberhalb der Schillerwiesen am Ausgang der Bismarckstraße, um schließlich 15000 Liter in das „Stille Meer“ abzulassen. Signifikant habe sich der Wasserspiegel durch den Zulauf nicht erhöht, erklärt Austinat später. Doch das sei auch nicht Ziel der Aktion gewesen. Durchmischt werden mit frischem Wasser sollte die brackige Brühe, allerdings ohne den schlammigen Grund aufzuwühlen.

Eingeleitet wurde Leinewasser „mit Trinkwasserqualität“, berichtete Austinat – vor der Vermischung mit Harz-Wasser. Das werde zugekauft und die Mischung dann den Göttinger Haushalten zugeführt.

Schläuche vom Einsatz

Für das Einleiten verwendete die Berufsfeuerwehr laut Austinat Schläuche, die von einem Einsatz gekommen waren. Anschließend wurden sie der sogenannten Schlauchwerkstatt der Feuerwehr abgeladen, gewaschen, auf Dichtigkeit überprüft und schließlich im Schlauchturm getrocknet.

41 Damwild-Exemplare leben derzeit in dem weitläufigen Gehege am Kehr, die jetzt in den Genuss des aufgefrischten Wassers kommen. Im benachbarten Gehege tummeln sich 14 Wildschweine, darunter auch einige Frischlinge. Damwild wie auch die Wildschweine sind beliebtes Ausflugziel der Göttinger Bürger, die ihre Spaziergänge mit einer Tierschau verbinden.

Von Peter Krüger-Lenz

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