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Göttingen Stadtwall soll ab 2020 komplett beleuchtet sein
Die Region Göttingen Stadtwall soll ab 2020 komplett beleuchtet sein
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00:23 29.11.2018
Auch aus Gründen des Sicherheitsgefühl von Passanten soll der Stadtwall nachts durchgängig beleuchtet werden. Quelle: Andreas Tietzek
Göttingen

Die Idee zur Wallbeleuchtung geht auf eine Anregung der Jungen Union zurück und wurde auf Antrag von CDU und FDP Ende 2015 erstmals im Rat der Stadt beraten. Mit der Beleuchtung soll unter anderem das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung verbessert werden. Die derzeitigen Pläne zur Wallbeleuchtung gründen auf einem Lichtkonzept des Büros Brandi aus dem Jahr 2016.

In einem ersten Schritt im kommenden Jahr soll der Abschnitt zwischen Goetheallee und der Einmündung Wiesenstraße mit Leuchten ausgestattet werden. Im Jahr 2020 folgen die Bereiche Obere Masch bis zum Mühlengraben, Weender Straße bis zum Deutschen Theater, Cheltenhampark bis zur Volksbank und Nikolaistraße bis zur Einmündung Wiesenstraße. Die restlichen Abschnitte sind bereits beleuchtet und sollen ab 2021 mit der modernen LED-Technik nachgerüstet werden.

Fledermaus-verträglich

Die neue Beleuchtung mit Leuchtdioden-Technik soll fledermausfreundlich sein. Detektorbegehungen von April bis August haben das Vorkommen lichtempfindlicher Fledermausarten in drei Wallabschnitten nachgewiesen.

Bei der Ausgestaltung der Beleuchtung, erklärt die Stadtverwaltung, wurde „unter Berücksichtigung wissenschaftlicher Veröffentlichungen auf Vorschlag des Fledermausgutachters eine Mastleuchte ausgewählt, die mit moderner LED-Technik ausgestattet und individuell steuerbar ist. Der Einsatz von LEDs soll nach aktuellem Stand der Forschung wesentlich verträglicher als herkömmliche Leuchtmittel für lichtempfindliche Fledermausarten sein.“ Mit dem Hersteller der Leuchten sei vereinbart worden, „fledermausverträgliche Leuchtmittel“ einzusetzen. Dazu zählen dimmbare Lampen, Leuchtmittel, die keine Wellenlängen im Blau- und UV-Bereich und Lichttemperaturen über 2700 Kelvin abstrahlen. Stattdessen soll verstärkt rotes Licht genutzt werden, weil dieses Farbtemperaturspektrum lichtempfindliche Arten weniger abschreckt.

Dunkelzonen im Lichtkonzept

Als Träger der Leuchtmittel will die Verwaltung eine Mastleuchte mit schwenkbarem Leuchtenkopf und verschieden hohen Masten einsetzen, um dem unterschiedlich hohen Baumbestand gerecht zu werden. Das Ausleuchtungskonzept sieht auch eine Vielzahl von Dunkelzonen vor. So sollen Baumkronen dunkel bleiben. Die direkte Beleuchtung von Gewässern wie Leinekanal, Schwänchenteich oder dem Gewässer im botanischen Garten und eine Abstrahlung soll strikt vermieden werden, um die Jagdgebiete zu schützen, betont die Stadtverwaltung. Der Leinekanal als Flugstraße für lichtempfindliche Fledermäuse wird als dunkler Flugweg erhalten bleiben.

Keine Bodenstrahler

Eine Objektbeleuchtung und der Einsatz von Bodenstrahlern ist nicht vorgesehen, da die nach oben gerichtete Beleuchtung die Fauna wie Fledermäuse und Vögel stört. Auch befürchtet die Verwaltung bei solchen Anlagen hohe Schäden durch Vandalismus und einen großen Aufwand für die Reinigung, beispielsweise im Herbst. Die Masten sollen zudem eine Antihaft-Beschichtung zur Verringerung der Unterhaltungskosten erhalten.

Für 2019 rechnet die Stadtverwaltung mit Kosten in Höhe von 79000 Euro, für 2020 mit 119000 Euro. Der Gesamtaufwand ohne Nachrüstung der bereits beleuchteten Bereiche beträgt mithin 198000 Euro einschließlich Schalttechnik.

Die Wallbeleuchtung ist Thema im Umweltausschuss am Dienstag, 27. November. Die Sitzung im Sitzungsraum 118 des Neuen Rathauses beginnt um 17.30 Uhr.

Von Matthias Heinzel

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