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19:21 11.01.2019
Empfang im Rathaus mit Dechant Wigbert Schwarze und anderen Vertretern aus Politik und Kirche. Quelle: Hinzmann
Göttingen

Dies verkündete auf dem schon traditionellen Empfang im Alten Rathaus Jugendreferentin Julia Canelo. Die Sternsinger genossen es sichtlich, an diesem Nachmittag im Mittelpunkt zu stehen. 255 Mädchen und Jungen waren insgesamt unterwegs. „Vielen, vielen Dank für eurer soziales Engagement. Ihr könnt richtig stolz auf euch sein“, sagte Canelo.

Zum 61. Mal sammelten die Sternsinger für einen sozialen Zweck. Das Dreikönigssingen stand unter dem Leitwort „Segen bringen, Segen sein. Wir gehören zusammen – in Peru und weltweit“. Die Aktion soll Kindern mit Behinderung zugute kommen.

Mehr als eine Milliarde bereits gesammelt

In allen 27 deutschen Bistümern haben Kinder und Jugendliche in den Gewändern der Heiligen Drei Könige Spenden gesammelt. Getragen wird die Aktion Dreikönigsssingen durch das Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ und den Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ). Der erste Start der Aktion erfolgte 1959. Seitdem hat sich die Aktion zur weltweit größten Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder entwickelt. Mehr als eine Milliarde Euro kamen seitdem zusammen. Mehr als 71 700 Projekte und Hilfsprogramme für Kinder in Afrika, Asien, Ozeanien und Osteuropa profitierten seitdem von dieser Unterstützung.

„Für mich hat das Sternsingen eine ganz große Bedeutung. Wir waren bei einer älteren Frau, die war so gerührt, als wir gesungen haben, dass sie angefangen hat zu weinen“, erzählte Hannah Wedekind. Die 13-jährige Göttingerin ist schon dabei, seitdem sie sechs Jahre alt ist. Überreden musste sie niemand dazu. „Ich engagiere mich einfach sehr gern sozial“, berichtete die Schülerin des Otto-Hahn-Gymnasiums. „Ich bin schon früher gern zur Kirche gegangen, habe damals beim Krippenspiel mitgemacht. Ich habe einfach Spaß daran, andere Kinder auch dafür zu begeistern.“ Sie selbst begeistert sich in ihrer Freizeit noch für Sport, geht fünfmal in der Woche zum Schwimmen, betreibt darüber hinaus noch Fitness. Deswegen konnte sie mit ganz ruhigem Gewissen die Tafel Schokolade in Empfang nehmen, die jedes Kind am Ende bekam.

Nervennahrung gebraucht

Als Nervennahrung hätten die Sternsinger aus der Pfarrei Maria Frieden die Leckerei vorher gebraucht, denn sie lasen den Hausbesuchstext vor und waren ein wenig aufgeregt. Dazu bestand allerdings überhaupt kein Grund, denn ihr Vortrag war fehlerfrei. Die Sternsinger aus der Pfarrei St. Paulus waren anschließend für das Anbringen der Buchstaben an der Rathaustür zuständig. Mithilfe einer Leiter wurde auch diese Aufgabe mühelos bewältigt.

Was kann uns größer machen, als Menschen eine Freude zu machen? Diese Frage stellte Pater Ludger Joos von der Gemeinde St. Michael seinen überwiegend jugendlichen Zuhörern. Die Sternsinger hatten Freude und Dankbarkeit erst kürzlich erlebt, als sie von Haus zu Haus zogen. Und so passte das Lied, vorgetragen von der Familie Kantus, die den Empfang musikalisch begleitete, sehr gut zum Segensspruch von Pater Joos: „Wir sind klein, doch Du machst uns groß.“

Große Bewunderung brachte Bürgermeisterin Helmi Behbehani für die Sternsinger auf. „Ich finde es gut, dass Kinder sich immer wieder melden, um anderen zu helfen“, erklärte sie. Ihr stimmte Kreisrätin Christel Wemheuer voll und ganz zu. „Ich finde es nicht selbstverständlich, dass man sich bei schlechtem Wetter vor Türen stellt und singt. Nächstenliebe ist ein urchristlicher Gedanke. Ihr habt die Welt ein bisschen besser gemacht“, sagte sie.

2019 Rekordsumme gesammelt

Eine sportliche Brücke nach Peru schlug Dechant Wigbert Schwarze. Auf seine Frage, wer von den Sternsingern denn Fußball spiele, schnellten eine stattliche Anzahl Finger in die Höhe. Bei der Frage, ob sie denn auch einen der berühmtesten Fußballer Perus kennen würden, benötigten sie dann allerdings ein wenig Unterstützung. „Claudio“ half Dechant Schwarze etwas nach. Der Rest war ein Kinderspiel:„Pizzaro“ riefen sie ihm entgegen. Er hatte doppelten Grund sich zu bedanken. Zum einen bei den Kindern, zum anderen bei Achim Sterr von der Stadt Göttingen, der sich in den vergangenen Jahres stets als verlässlicher Partner der Sternsinger gezeigt hatte, sich nun in den Ruhestand verabschiedet. Bei der Herzlichkeit, die ihm entgegengebracht wurde, ist es allerdings gut vorstellbar, dass er im nächsten Jahr als Privatmann vorbeischauen wird.

Von Vicki Schwarze

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