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17:48 16.01.2019
Gesellschaftstanz in der Tanzschule Krebs, hier ein Fortgeschrittenenkurs für Singles Quelle: Peter Heller
Göttingen

Die Zeiten, in denen Gesellschaftstänze als altmodisch angesehen wurden, gehören der Vergangenheit an. Tanzen ist durchaus angesagt. Wenn, zumindest in Göttingen, nicht von einem Boom gesprochen werden kann. Der in Anbetracht der vielen Tanzshows, die derzeit im Fernsehen zu sehen sind, eventuell zu vermuten wäre.

Die ADTV-Tanzschule Krebs kann auf jeden Fall keinen messbaren Trend erkennen, der auf die aus. Rock’n Roll und Swing sind zwar durchaus wieder im Kommen, aber die Nachfrage geht eher in die klassische Richtung wie beispielsweise Foxtrott, wie ADTV-Tanzlehrer in Ausbildung Leif-Erik Gerich, zu berichten weiß. Und das Vorurteil, Tanzen sei nur etwas für das ältere Semester, kann zumindest die Tanzschule Krebs eindeutig widerlegen. Zweijährige nehmen dort bereits an Kursen teil. Dort geht es beispielsweise um die Schulung des Gleichgewichts.

Breit gefächertes Angebot

Breit gefächert ist das Angebot der „Krebse“, vom Kindertanzen in den unterschiedlichsten Altersgruppen angefangen, gibt es Kurse für Jugendliche, Hip Hop, Jump und Dance4Fans, aber auch Kurse für Paare und Singles, TanzFit, Solo-Tanz und Specials.

Regelrecht ärgerlich wird Artur Rynkar von der Tanzschule Rynkar, wenn es um die Tanzshows im Fernsehen gibt. „Diese Sendungen sind so blöd gemacht. Let’s dance hat für mich nichts mit Tanzen zu tun. Es ist alles nur Show“, schimpft der Tanzlehrer. „Natürlich kommt mal jemand, der die Sendung gesehen hat, aber davon kann man keinen Boom ableiten.“ Er möchte seinen Tänzern den Spaß an der Bewegung vermitteln. Die Erkenntnis, dass Tanzen zu einer guten Haltung führt und die Fitness verbessert. Traditionsreiche Tanzkultur mit modernen Unterrichtsmethoden zu verbinden ist das Credo seiner Schule.

Wichtig ist Rynkar und seinem Team vor allem auch der Nachwuchs, dem besondere Beachtung geschenkt wird. Für Erwachsene wird unter anderem ein Welttanzprogramm für Paare und Singles angeboten. Dabei handelt es sich um eine Grundstufe, die ein spezielles und aktuelles Tanzprogramm für alle Gelegenheiten bietet. Dabei lernen die Teilnehmer Grundschritte und Figuren in den Standardtänzen Foxtrott, Tango, Langsamer Walzer und Wiener Walzer, in den lateinamerikanischen Tänzen Cha Cha Cha, Boogie-Woogie, und Salsa. Discofox und Blues fehlen auch nicht. Darüber hinaus bieten die Göttinger auch einen Tanzkreis für Senioren an, der mit dazu beitragen soll, bis ins hohe Alter fit zu bleiben.

Gute Vorsätze spielen eine Rolle

Die guten Vorsätze, die viele Menschen für ein neues Jahr fassen, kommen der Göttinger Tanzschule Swing ganz gelegen. „Der Zulauf zu Beginn eines neuen Jahres ist immer groß. Besonders die Standardtänze sind gut ausgelastet“, weiß Tanzlehrerin Jana-Catharina Ilse. Interesse besteht auch durchaus beim Nachwuchs. „Wir bieten Schülerkurse ab 13 Jahren an. Dabei ist kein fester Partner nötig“, berichtet Ilse. Im Gegensatz zu Artur Rynkar ist die Tanzlehrerin sehr wohl der Ansicht, dass die Tanzshows den örtlichen Schulen neue Mitglieder bringen.

Ein ganz anderes Konzept verfolgt Frank Niestroj mit seiner Tanzschule „Step by Step“. Der ehemalige Profitänzer bietet Unterricht vor Ort an. Sportvereine, Seniorenheime, Fitness-Studios und auch Firmen gehören zu seinen Kunden. „Bei uns ist es ganz etwas anderes, denn wir fahren ja raus“, erzählt der ehemalige Profitänzer Niestroj, der zuvor beim damaligen Verein Schwarz-Gold Göttingen mit seiner Partnerin in der S-Klasse tanzte. Wiener Walzer, langsamer Walzer, Tango, Foxtrott, Rumba, Quickstep –Niestroj unterrichtet, was gewünscht wird. Und beobachtet hin und wieder, was Joachim Llambi bei „Let’s Dance“ für eine Figur abgibt. „Inzwischen redet er ja nur noch und tanzt nicht mehr“, sagt der Göttinger, der den Juror aus gemeinsamen Profizeiten noch kennt.

Tanzshows im Fernsehen gibt es derzeit viele. Ein Boom, der damit in Zusammenhang steht, ist in Göttinger Tanzschulen allerdings nicht zu spüren.

Von Vicki Schwarze

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