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Die Region Göttingen Göttinger Tropenholz-Mahnmal abgebaut
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19:09 27.11.2018
Tropenholz-Denkmal am Göttinger Wochenmarkt im Sommer 2016. Quelle: Hinzmann
Göttingen

Das Tropenholz-Mahnmal am Göttinger Wochenmarkt ist abgebaut worden. Das Fehlen des 26 Jahre alten Denkmals löste Irritationen in der Bevölkerung aus. Seit den späten 1980-er Jahren ist „Tropenholz“ in Göttingen ein sensibles Thema und sorgt immer wieder für hitzige Diskussionen.

Der Grund für die Entfernung des Denkmals sei jedoch keineswegs politisch motiviert: „Das Holz ist morsch geworden und das Tropenholz-Mahnmal drohte umzukippen“, teilte Dominik Kimyon, Sprecher der Stadt Göttingen, mit. Um eine Gefahr für Passanten zu verhindern, sei das Denkmal sicherheitshalber abgenommen worden. Es werde aktuell zwischengelagert, so Kimyon. Voraussichtlich im Frühjahr werde das Denkmal dann begutachtet und an einen neuen Platz gesetzt. Wohin sei allerdings noch nicht entschieden.

Tropenholz ist in Göttingen ein heikles Thema

Das Tropenholz-Mahnmal wurde 1992 am Göttinger Wochenmarkt errichtet. Es besteht aus Bongossi-Holz aus Westafrika und soll mahnend an die Abholzung der Regenwälder erinnern. Das Denkmal wurde von Schülern des Hainberg-Gymnasiums gestaltet und gewann einen Gestaltungswettbewerb der Stadt Göttingen. Das Thema „Tropenholz“ löst in Göttingen seit den 1980-er Jahren immer wieder hitzige Debatten aus. Damals führten massive Proteste von Bürgern und Umweltorganisationen dazu, dass sich die Stadt Göttingen mit dem Thema befassen musste. 1989 verpflichtete sich die Stadt selbst, kein Tropenholz mehr zu verwenden.

Der Ratsbeschluss zum Tropenholz-Verbot sei der erste dieser Art einer Stadt in Deutschland gewesen, so der Göttinger Umweltaktivist Ludwig Pape. Es sei damals sogar als Empfehlung an den Deutschen Städte und Gemeindetag geben worden. Allerdings hätten Bürger und Umweltorganisationen in Göttingen immer wieder auf mögliche Verstöße dieser Richtlinie aufmerksam gemacht, so Pape. In den letzten Jahren habe das Thema „Tropenholz“ auch international wieder an Bedeutung gewonnen. So hat beispielsweise der neugewählte brasilianische Präsident Jair Bolsonaro angekündigt, den Schutz der Amazonas-Regenwälder einzuschränken.

Der jüngste Streit zum Thema „Tropenholz“ in Göttingen entbrannte im Sommer 2016 um neue Sitzbänke in der Göttinger Innenstadt. Diese sollten ursprünglich aus zentralafrikanischem Kambala-Holz sein. Zwar war für die Bänke Holz mit dem Siegel der „Forest Stewardship Council“ (FSC) vorgesehen, allerdings ist diese Kennzeichnung auch unter den Umweltorganisationen umstritten. Nach Protesten von politischen und gesellschaftlichen Gruppierungen wurden die Bänke neu ausgeschrieben.

Von Max Brasch

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