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Göttingen 22,8 Millionen Fahrten
Die Region Göttingen 22,8 Millionen Fahrten
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16:37 27.02.2017
Voller Stadtbus - die Fahrgastzahlen der GöVB sind auf Rekordkurs Quelle: Harald Wenzel
Göttingen

„Damit sind wir schon sehr zufrieden“, kommentierte der Geschäftsführer der Göttinger Verkehrsbetriebe (GöVB), Michael Neugebauer, die Entwicklung der „beförderten Personen“. Die Werte seien zwar aus den Kartenverkäufen und einer festgelegten Anzahl von Fahrten je Monats- und Bürgerkarte hochgerechnet, aber über die Jahre ein verlässlicher Indikator. 2012 und 2013 hatten die GöVB im Schnitt 18,6 Millionen Fahrgäste, 2014 waren es 19,4 und jetzt zum zweiten Mal in Folge 22,8 Millionen. Nur in den 1990er-Jahren habe der Wert einmal über der 20-Millionen-Marke gelegen.

Seit 2014 gibt es das Semesterticket. Alleine damit haben etwa 30 000 Studenten die Möglichkeit, zu ermäßigten Preisen mit den Stadtbussen zu fahren - und viele nutzen es, ergänzte Thomas Fritz, GöVB-Vertriebsleiter. Die neu eingerichtet Uni-Linie 23 vom Bahnhof zum Nordcampus sei so gut ausgelastet, dass sie inzwischen viertelstündlich fahre. Das Semesterticket wird nur aufgelegt, wenn die Mehrheit der Studenten der Göttinger Uni einmal pro Jahr dafür stimmen - bei der jüngsten Wahl waren es 77,3 Prozent. Folge: Alle Studenten bekommen das Semesterticket und müssen es bezahlen - ob sie es nutzen oder nicht. Der Preis: zurzeit 34,50 Euro, ab Oktober 39, 90 Euro.

Ob auch das vor zwei Jahren in Kraft getretene neue Liniennetz mehr Bürger bewogen hat, häufiger Bus zu fahren, ist noch nicht bekannt. Zurzeit würden tatsächliche Fahrgastzahlen in den Fahrzeugen auf verschiedenen Linien, eine Haushaltsbefragungen der Stadt zum Mobilitätsverhalten und eine weitere Kundenbefragung ausgewertet, so Neugebauer.

Bewährt habe sich auf jeden Fall der unterschiedliche Verkaufspreis für Fahrtickets im Bus und in den Vorverkaufsstellen. Im Bus müssen Kunden seit vergangenem April mehr bezahlen. Seitdem sei der Verkauf der Bürgerkarte im Bus um fast 25 Prozentpunkte zurückgegangen und in den Vorverkaufsstellen entsprechend gestiegen, so Fritz. Der gewünschte Effekt: „Die Busfahrer verlieren nicht so viel Zeit an den Haltestellen.“

Stimmt die Landesnahverkehrsgesellschaft zu, werden die Fahrscheine für Göttinger Stadtbusse ab Mai im Schnitt 4,5 Prozent teurer. Neugebauer betonte allerdings, dass die Göttinger Busfahrpreise auch dann noch deutlich unter denen in vergleichbaren Städten liegen. Der Einzelfahrschein für Erwachsene werde dann zum Beispiel 2,30 Euro kosten, im Hildesheim 2,45 Euro und in Paderborn 2,50 Euro. Eine Monatskarte wird dann 50 Euro (in der Vorverkaufsstelle) kosten, in Hildesheim 62,75 Euro und in Paderborn 60,40 Euro.

Die Preiserhöhung begründete der Geschäftsführer mit steigenden Kosten: durch steigende Lohntarife, aber auch ein besseres Leistungsangebot und neue Busse. Im vergangenen Jahr habe die GöVB 14 neue Fahrzeuge gekauft, darunter neun große Gelenkbusse. Und die Gesellschaft richte sich langsam auf eine Zeit mit Elektro-Wagen ein. Dafür werde frühzeitig Werkstattpersonal geschult. Ab wann dafür welche Technik eingesetzt wird, werde voraussichtlich noch in diesem Jahr entschieden. Die GöVB habe dafür eine Gutachten in Auftrag gegeben.

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