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Göttingen Zwölf Millionen Euro für Museumssanierung
Die Region Göttingen Zwölf Millionen Euro für Museumssanierung
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00:19 16.09.2017
Das Städtische Museum – hier die Remise – soll weiterhin im Ritterplan über die Göttinger Stadtgeschichte informieren. Quelle: Christina Hinzmann
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Göttingen

Bis zuletzt war die SPD-Ratsfraktion zögerlich. Einem von der CDU per Antrag geforderten Bekenntnis zu einem „Museumskomplex am Ritterplan“ verweigerten die Sozialdemokraten in der Kulturausschusssitzung im April die Zusage. Sylvia Binkenstein etwa betonte, dass es zwar ein Museumskonzept für Göttingen gebe. Eine Aussage zum Standort mache dieses aber nicht. Für die Gebäude am Ritterplan seien „vielfältigste öffentliche Nutzungen“ denkbar. Sogar eine Büronutzung brachte Binkenstein ins Spiel. Denn für ein Museum seien die Gebäude „denkbar ungeeignet“. Sie führte die „mangelnde Barrierefreiheit“ der Gebäude an.

SPD-Fraktionschef Tom Wedrins brachte gab zudem die finanziellen Auswirkungen einer weiteren Nutzung als Museum zu bedenken. Nach seinem Verständnis, hätte die Verwaltung aus baufachlicher Sicht von sich aus empfehlen müssen, das Museum an anderer Stelle unterzubringen. Stadtbaurat Thomas Dienberg widersprach. So sei es gelungen, Städtebaufördermittel des Bundes für die Sanierung des Museums einzuwerben.

Verwaltung hat Alternativen geprüft

CDU, Grüne, FDP, Linke und Piraten sowie die Göttinger Bauverwaltung sprachen sich für den Standort Ritterplan aus. Vertagt wurde die Angelegenheit aber dennoch. Dienberg hatte das angeregt.

Das Städtische Museum ist seit 2008 im Betrieb stark eingeschränkt und kann seitdem nur ein reduziertes Angebot präsentieren. Quelle: Christina Hinzmann

Das war vor fünf Monaten. Inzwischen hat die Verwaltung geprüft und schlägt dem Bau- und dem Kulturausschuss des Rates nun vor, den aktuellen Museumsstandort zu halten und zudem Teile der Kulturverwaltung in dem Gebäudekomplex aus Posthalterei, Remise und Hardenberger Hof unterzubringen.

1,6 Millonen Euro für die technische Ausstattung

Die Verwaltung schätzt die weiteren Sanierungskosten auf zwölf Millionen Euro – dazu gehören die weitere Sanierung der Remise und Verbindungsbau, die barrierefreie Erschließung aller Gebäudeteile durch einen Anbau sowie die Sanierung der Kapelle und des Hardenberger Hofes. Nicht enthalten sind weitere 1,6 Millonen Euro für die technische Ausstattung einer 800 Quadratmeter großen Dauerausstellung.

Bislang sind seit 2008 rund 3,75 Millionen Euro in die Sanierung der Museumsgebäude geflossen. Aus dem Städtebauförderungsprogramm Städtebaulicher Denkmalschutz sind dafür rund 3,5 Millionen Euro bewilligt worden. Weitere Fördermittel könnten „im Rahmen der Landesrichtlinie über die Gewährung von Zuwendungen zur Förderung von Maßnahmen der Energieeinsparung und Energieeffizienz bei öffentlichen Trägern sowie Kultureinrichtungen (EFRE-Mittel) oder beim BKM beantragt werden“, heißt es in der Verwaltungsvorlagen.

Drei „Meilensteine“

Drei „Meilensteine“ hält die Verwaltung für erstrebenswert: Das Museum als „historisches Kompetenzzentrum und Gedächtnis der Stadt der zentrale Ort zur Präsentation von Stadtgeschichte“ in zentraler Innenstadtlage erhalten. Es sollte weiter „den modernen baulichen Anforderungen an ein Museum in Hinblick auf Größe, Raumhöhen, Funktionalitäten, Erreichbarkeit und Barrierefreiheit entsprechen“. Zudem wäre eine Lösung, „die eine rasche Wiederaufnahme einer vollumfänglichen Museumsarbeit ermöglicht“, wünschenswert, heißt es in der Vorlage.

Der Hardenberger Hof Quelle: Christina Hinzmann

Die Verwaltung hat verschiedene alternative Standorte für das Städtische Museum (Altes Rathaus, Stockleffmühle, ehemalige JVA, Voigtschule) ebenso geprüft wie eine alternative Nutzung der Gebäude am Ritterplan, etwa als Seminargebäude für die Volkshochschule. Sie kommt zu dem Schluss: In zentraler und repräsentativer Lage seien keine städtischen Gebäude gefunden worden, „die für einen Komplettumzug des Städtischen Museums oder als Ort für Sonderausstellungen geeignet und zeitnah nutzbar wären“.

Die Sitzung beginnt am Dienstag, 19. September, um 16.30 Uhr im Tapetensaal des Städtischen Museums am Ritterplan.

Von Michael Brakemeier

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