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Göttingen Diskussion zur Ausstellung „Yallah?!“
Die Region Göttingen Diskussion zur Ausstellung „Yallah?!“
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00:16 21.11.2017
Die Diskussionsteilnehmer zeigten auf, wie den Flüchtlingen geholfen werden könnte. Quelle: Wölk
Göttingen

Zur Diskussion „Eine andere Welt ist möglich!“ konnten die beiden Studentinnen Svenja Schurade und Mira Lou Braun, die die Ausstellung mit organisiert haben, fünf Referenten begrüßen. Sabine Hess, vom Netzwerk kritische Migrations- und Grenzregimeforschung (kritnet), Stefan Klingbeil, von der Gruppe Solidarity City, Kenan Emini, vom Roma Antidiscrimination Network und Almut Schilling, von der Frauengruppe aus der OM 10 stellten ebenso ihre Standpunkte vor, wie ein Vertreter der antifaschistischen Linke International. Im Sommer 2015 habe es laut Schurade eine Willkommenskultur in Deutschland gegeben, doch sei diese Stimmung mittlerweile nach rechts gekippt. „Zur Demokratie gehört mehr, als zur Wahl zu gehen“, sagte die Studentin.

Klingbeil erklärte, dass Flüchtlinge in Deutschland schon früher an den Rand der Gesellschaft gedrängt wurden. „2015 hatten wir die Hoffnung, dass mehr Menschen sich für Flüchtlinge engagieren wollten“, sagte er. Doch die Willkommenskultur vor zwei Jahren sei einmalig gewesen. Dabei sei auch die Frage zu klären, warum die Politik nicht so beeinflusst werden konnte, dass aus der Willkommenskultur eine dauerhafte Stimmung geworden ist. „Jetzt müssen wir zum einen die Interesse der Flüchtlinge durchsetzten und zum anderen eine Stimme der Solidarität erklingen lassen.

Hess betonte, dass kritnet bereits seit 2001 die Flüchtlingssituation beobachtet habe und daher von der Ereignissen 2015 nicht überrascht gewesen sei. „Die Möglichkeit der Migration fordert die Grenze immer wieder heraus“, sagte Hess. Zudem müsse sich mit dem „Rechtsruck“ auseinandergesetzt werden. Emini zeigte auf, dass für viele Flüchtlinge, die in Deutschland nur den Status einer Duldung haben dies eine große Belastung sei. Er verwies aber auch darauf, dass sich alle Organisationen, die etwas für Flüchtlinge machen wollen, sich zusammenschließen sollten, um bessere Erfolge zu erzielen. Der Vertreter der antifaschistischen Linken International betonte, dass rechts sein mehr sei als Nazi sein oder Afd zu wählen. Außerdem ging er auf den sogenannten Freundeskreis um den ehemaligen NPD-Landratskandidaten Jens Wilke ein.

Schilling berichtete von der Arbeit der Frauengruppe der OM 10. Hier gebe es zwischen den Frauen einen offenen Austausch. Und die Frauen haben die Gelegenheit, die deutsche Sprache zu lernen. „Zu verschiedenen Themen wie zum Beispiel dem Schulsystem laden wir auch Expertinnen ein. Hier erfolgt dann fürs bessere Verständnis auch eine Übersetzung in die Muttersprache“, sagte Schilling. Die Diskussionsteilnehmer waren sich einig, dass es wichtig sei, die Interessen der Flüchtlinge ernst zu nehmen und ihnen bei ihren Alltagsproblemen zu helfen. Hierbei sollten Muster und Strukturen ebenso wenig eine Rolle spielen wie politische Parteien.

Von Vera Wölk

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